Zukunft der Städte hängt an Integration
DISKUSSION Stadtforscher spricht über Einbindung von Migranten – Forderungskatalog der SPD-Fraktion
VON PATRICK BUCK
Oldenburg - „Integration ist ein Thema, an dem sich die Zukunft der deutschen Städte entscheidet.“ Der Stadtforscher Professor Walter Siebel von der Carl-von-Ossietzky- Universität machte am Dienstagabend im Schulzentrum Kreyenbrück auf Oldenburgs künftige Aufgaben aufmerksam. Die SPD-Ratsfraktion hatte zum Diskussionsforum eingeladen, auch um ihren Forderungskatalog „Zusammenleben mit Migranten in Oldenburg“ vorzustellen.
Siebel sprach sich unter anderem dafür aus, die „Segregation“ von Gruppen unterschiedlicher Herkunft, also die räumliche Abgrenzung, zuzulassen. Zum einen könne dies Konflikte vermeiden. „Zum anderen sind Migranten sehr auf soziale Netzwerke und Nachbarschaftshilfe angewiesen“, erklärte Siebel. Der Wissenschaftler verteilte daher Lob an die GSG. Denn wie Ernst Mastall vom Sozialen Dienst der Wohnbaugesellschaft erklärte, platziere man auf Wunsch auch Familien gleicher Herkunft bewusst im selben Hauseingang.
Wie Integration politisch gefördert werden soll, stellte Germaid Eilers-Dörfer, Vorsitzende im Sozialausschuss, aus Sicht der SPD-Fraktion vor. Frühkindliche Sprachförderung, soziale Einbindung durch Integrationslotsen und bessere Bildung durch Drittkräfte in Krippen und Kindergärten gehören ebenso zu den Forderungen wie „die Ausrichtung auf eine integrationsorientierte Stadtentwicklung, um Ghettos in der Stadt Oldenburg zu vermeiden“, wie es in dem Katalog heißt. Zudem setze man sich für die Einrichtung eines Integrationsbeirates ein, so Eilers-Dörfler.
Damit stieß sie auf offene Ohren bei der Integrationsbeauftragten Dr. Ayca Polat. Möglichst noch 2009 möchte sie dieses Gremium realisieren. „Eine Stadt, die von Übermorgen spricht, muss sich der Aufgabe Integration stellen“, sagte sie mit Blick auf das Wissenschaftsjahr.
Dass auch in Oldenburg trotz noch geringen Migrantenanteils viel zu tun ist, darin waren sich alle einig. Und das werde auch so bleiben, sagte Siebel: „Integration ist eine Daueraufgabe und nie abgeschlossen.“
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