Vorfahrt für die Radfahrerstadt
VERKEHR Oldenburg setzt sich ein ehrgeiziges Ziel – Verbesserung der Wege
VON KLAUS FRICKE
Oldenburg - Die Radfahrerstadt Oldenburg möchte nicht nur „Radfahrerstadt“ genannt werden, sondern diesem Ruf auch gerecht werden. Diesen Hintergrund haben alle Aktivitäten der im Jahr 2007 gestarteten Initiative Radverkehr Oldenburg (IRO), die jetzt eine aktuelle Aufgabe entwickelt und vorgelegt hat: Bis 2013 soll der Anteil der Radler an Oldenburgs gesamten Verkehrsaufkommen um fünf Prozentpunkte gesteigert werden. Dies soll der Rat in seiner nächsten Sitzung sogar offiziell beschließen.
„Ein mutiges Ziel“, nennt Norbert Klostermann, Leiter des städtischen Referats für Verkehrskonzepte, die neuartige Fünf-Prozent-Hürde – schließlich gibt es in Oldenburg ohnehin schon weitaus mehr Radler als anderswo. „Aber wir wollen diesen hohen Anteil am Verkehr auch sichern“, betont die städtische Fahrradbeauftragte Kerstin Goroncy.
Erreichtes ausbauen
In der Vergangenheit hat die IRO, in der Stadt und Polizei, Rat, City-Management und Fahrradclub ADFC zusammenarbeiten, dies erreicht durch bauliche Verbesserungen am Radwegenetz, durch die Öffnung der Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung oder die Öffnung der Fußgängerzone für Radler in den Abendstunden und feiertags.
Um das neue Ziel „5 Prozent mehr Radfahrer bis 2013“ erfolgreich ins Visier nehmen zu können, will die Oldenburger Radinitiative das bisher Erreichte weiter festigen und ausbauen. Unter anderem soll dafür gesorgt werden, dass die Ampelschaltungen im Stadtgebiet verändert werde zugunsten der Radfahrer; hierzu passt das von der IRO vorgeschlagene Pilotprojekt einer ampelabhängigen Steuerung des Radverkehrs auf der Cäcilienbrücke. Weitere Schlüsselmaßnahmen könnten nach Ansicht der Radverkehrsförderer eine aktualisierte Neuauflage der Fahrradkarte der Stadt sein oder die Veröffentlichung von Info-Broschüren über das richtige Verhalten auf der Straße.
400 000 Euro pro Jahr
Am wichtigsten sind aber bauliche Veränderungen auf der Straße, koordiniert im Rad- und Fußwegeprogramm, das alljährlich von der Stadt mit rund 400 000 Euro gespeist wird. Im Vordergrund sollten Maßnahmen stehen, die wichtige Kreuzungen und Einmündungen im Sinne von Radfahrern und Fußgängern umgestalten.
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