Bronze-Riese schwebt vom Himmel

KUNSTWERK 5,80 Meter große Skulptur von Künstler Thomas Schütte vor Landessparkasse gehievt


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Wünschelrutengänger kommt: Der renommierte Künstler Thomas Schütte hatte diese 5,80 Meter große Bronzeskulptur geschaffen, die am Dienstag vor der Zentrale der Landessparkasse an der Straßburger Straße aufgestellt wurde. BILD: LZO Bild vergrößern

ES IST DIE GRÖßTE BRONZE SCHÜTTES. DAS GIPSMODELL WIRD IM MÜNCHNER HAUS DER KUNST GEZEIGT.

VON SABINE SCHICKE

Oldenburg - Als wär’s eine Szene aus dem Film „Good bye, Lenin“. An einem Riesenkran schwebte am Dienstagmorgen ein monumentaler Mann durch die Luft. Nur war es kein demontiertes Denkmal von Lenin am Haken, sondern eine 5,80 Meter hohe Bronzeskulptur des Bildhauers Thomas Schütte.

Die Berufspendler an der Straßburger Straße hatten also viel zu sehen, als der tonnenschwere Mann vor die neue Zentrale der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) gehievt wurde.

Zunächst allerdings lag die metallen schimmernde Skulptur vor dem imposanten Gebäude. Handwerker mussten noch Platten zuschneiden. Gegen Mittag kam der in Düsseldorf lebende Thomas Schütte dazu. „Wir freuen uns“, sagte LzO-Vorstandsvorsitzender Martin Grapentin, „dass damit auf Dauer eine wichtige Arbeit dieses bedeutenden Künstlers zu unserer Region gehören wird.“

Es ist die bislang größte Bronze, die der vielseitige Bildhauer überhaupt geschaffen hat. Das Gipsmodell dieses von ihm „Mann im Matsch“ genannten Werks steht übrigens ab Sonnabend, 6. Juni, im Haus der Kunst in München als Mittelpunkt einer großen Schütte-Werkschau. In dem Museum wurde zuvor mit dem abstrakten Werk Gerhard Richters Deutschlands höchst gehandelter Künstler gezeigt, bei dem Schütte u.a. studiert hat.

Der überlebensgroße „Mann im Matsch“, der vielleicht noch einen anderen Namen bekommt, sucht mit seiner Wünschelrute möglicherweise auch nach mehr als nach Wasser. Seinen statischen Gesichtszügen ist allerdings zu entnehmen, dass er noch nichts gefunden hat. Dieses Gesicht wirkt bei aller Riesenhaftigkeit fast hilflos.

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Schüttes Schaffen hat sich immer auch gesellschaftskritisch orientiert. Der isolierte Mensch auf der Suche, wonach auch immer... Schließlich ist der Hauptbahnhof nicht weit. Als Oldenburger kennt der 54-Jährige nicht nur das Gebäude, sondern auch das Quartier. Er hat den „Mann im Matsch“ genau für diesen Ort entwickelt. Seit den 80er-Jahren hat er immer wieder Werke unter diesem Titel geschaffen, er versteht sie als eine Art Anti-Monument.

Der tonnenschwere „Mann im Matsch“ hing zwar am Dienstagmorgen wie einst Lenin-Denkmäler im Film (und in der Realität) am Haken eines Krans, wurde aber aufgestellt und nicht abgebaut. Und vielleicht kommt so mancher aus München, um statt des Gipsmodells einmal das Original zu sehen.


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03.06.2009
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