„Bildung ist Teil des Menschenrechts“

VORTRAG UN-Sonderberichterstatter Vernor Muñoz im PFL – Forderung nach barrierefreier Schule


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Sprach im PFL: Vernor Muñoz. BILD: BUCK Bild vergrößern

MUÑOZ IST KRITIKER DES DEUTSCHEN SCHULSYSTEMS. DAS ZUSCHAUERINTERESSE IM PFL WAR GROß.

VON PATRICK BUCK

Oldenburg - „Bildung ist kein Wettbewerb und kein Geschäft.“ Die Worte von Vernor Muñoz, aus dem Spanischen simultan übersetzt in hunderte Kopfhörer, kamen gut an beim Publikum im voll besetzten PFL. Der UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Bildung machte am Sonntag in Oldenburg Station.

Bildung werde heute zu sehr auf Wirtschaftsinteressen reduziert, kritisierte Muñoz in seinem Vortrag. Dabei solle das Lernen – als Teil des Menschenrechts – aus seiner Sicht vor allem ein würdiges Leben mit Chancengleichheit in allen Bereichen ermöglichen.

Als Hindernisse für Bildung nannte Muñoz fehlende Lernmittel, Schulgebühren oder das Fehlen von Mahlzeiten. „Wenn man den Kindern Essen gibt, gehen sie auch in die Schule“, betonte er, schließlich sei dies in vielen Ländern oft die einzige richtige Mahlzeit am Tag.

Vor rund zwei Jahren hatte Muñoz auch das Bildungssystem in Deutschland vor dem UN-Menschenrechtsrat kritisiert und damit für viel Wirbel gesorgt. „Hier gibt es eine große Ungleichheit bei Schülern mit Migrationshintergrund“, bemerkte er auch diesmal.

Mit den Teilnehmern der anschließenden Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik, Gewerkschaften und Wissenschaft lag Muñoz mit seiner kritischen Haltung auf einer Wellenlänge. So beklagte Rolf Wernstedt (SPD), ehemaliger Niedersächsischer Kultusminister, eine egoistische Mentalität. Bei vielen Eltern gelte, „dass alle Hindernisse wie Migranten, Behinderte oder schwer Erziehbare vom eigenen Kind entfernt werden sollen.“

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Einhellig sprachen sich die Teilnehmer daher für ein inklusives Bildungssystem aus, in dem alle Kinder gemeinsam und barrierefrei lernen können – unabhängig von Migrationshintergrund, Behinderung oder sozialem Status. Muñoz: „Wir haben die Verpflichtung, eine Welt aufzubauen, in die wir alle reinpassen.“


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08.06.2009
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