EWE-Baskets fordern größere Arena
MEISTER Stadt empfängt die neuen Sporthelden – Schwandner meldet sich live aus Venedig
Eintrag ins Gästebuch (v.l.): Jason Gardner, Jasmin Perkovic Marco Buljevic, Daniel Hain, Trainer Predrag Krunic und Bürgermeister Bernhard Ellberg. BILD: THORSTEN HELMERICHS 
VON THORSTEN KUCHTA
Oldenburg - EWE–Baskets-Geschäftsführer Hermann Schüller hatte noch den Schwung und das Selbstbewusstsein der am Abend zuvor gewonnenen deutschen Meisterschaft im Körper, als er am Freitag um kurz nach 17 Uhr das Rednerpult im ehrwürdigen Ratssaal enterte. Dann sprach er Klartext: Den großen Dank der Stadt, wortreich vorgetragen von Bürgermeister Bernhard Ellberg („sensationell, überragend, einer der größten Momente der Sportgeschichte, Oldenburg nun auf Europas Sport-Landkarte“) nähmen er und das Team gern entgegen – aber genug sei das nicht.
Schüller: „Wir haben mit der Meisterschaft die Steilvorlage geliefert, jetzt muss die Stadt handeln: Wir brauchen eine größere Arena!“ Eine neue Halle mit 7000 bis 9000 Plätzen – dafür müssten alle an einem Strang ziehen. Sprach’s, drückte Ellberg einen Basketball in die Hand, hängte ihm einen weiteren Schal um – und der Applaus des Saals war ihm sicher.
Anschließend trugen sich die Meister in das Gästebuch der Stadt ein. Dieses feierliche Bild wurde lediglich getrübt von einem technischen Mitarbeiter, der mit einem Handy am Ohr hektisch an einem Laptop herumfingerte. Das hatte seinen Grund: Er arbeitete fieberhaft daran, eine Internetverbindung nach Venedig herzustellen.
Von der Biennale (dorthin war er mit seiner Frau gereist) meldete sich – im ärmellosen Baskets–T-Shirt – OB Gerd Schwandner. Der hatte am Abend nach eigenen Angaben „mit Puls 250“ das Spiel in der EWE-Arena verfolgt, körperlich viel gelitten – „aber es hat sich alles gelohnt“. Er lobte nicht nur die sportliche Leistung der Basketball-Recken, sondern ging auch direkt ins Leben: „Basketball hat viel Sex-Appeal – fragt die Oldenburger Mädels.“ Baskets-Trainer Predrag Krunic reagierte impulsiv: Er sprang auf wie elektrisiert und applaudierte frenetisch.
Dass die Worte Schwandners der Realität entsprechen, ließ sich mit einem Blick aus dem Rathausfenster belegen. Auf dem Markt drängten sich 4000 Fans, um Oldenburgs neue Sporthelden zu feiern.
Sobald einer der Spieler, das Maskottchen „Hubird“ oder der Trainer einem Fenster auch nur nahe kam, brandete Jubel auf. Oldenburg hatte einen weiteren Meisterschaftsmoment.
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