Oldenburg: EWE stellt Strom ab – Kleinkinder frieren
SCHULDEN Alleinerziehende Mutter bezahlte Rechnungen nicht – Familie eineinhalb Tage ohne Heizung
VON SABINE SCHICKE
Oldenburg - Kalte Nächte hatte dieser Winter viele: Für Nadine Scharfenberg und ihre kleinen Kinder Diana-Debora und Ben war die Nacht zum 4. Februar die weitaus kälteste, denn die EWE hatte ihnen den Strom abgestellt.
Anderthalb Tage lange saß die Mutter in einer eisigen Drei-Zimmer-Wohnung am Stargarder Weg in Ohmstede, denn die Heizung funktionierte ohne Strom nicht. Sie konnte nicht heizen, sie hatte kein warmes Wasser und konnte nicht kochen.
Vermieter Peter Blohm versuchte, bei der EWE zu vermitteln, doch ohne Erfolg. Er sei nur von einer Stelle zur nächsten verbunden worden. Der pensionierte Kripobeamte kann bis heute nicht verstehen, warum das Unternehmen ausgerechnet in dem härtesten Winter seit Jahren einer 32-jährigen Frau mit zwei kleinen Kindern im Alter von anderthalb und vier Jahren den Strom sperrt, auch wenn sie Außenstände hat.
„Da versucht so eine alleinerziehende Mutter, die Hartz IV bekommt, wieder Fuß zu fassen, stottert ihre Schulden ab, und dann so etwas. Ich bin selbst Kunde bei der EWE und kann das nicht glauben.“
EWE-Sprecher Reinhard Schenke erklärt auf Nachfrage der NWZ, dass die EWE grundsätzlich die Zahlungsrückstände sehr sorgfältig prüfe und mehrere Zahlungsaufforderungen schicke, ehe sie nach einer Ankündigung den Strom sperre. „Wir sperren nicht leichtfertig – schon gar nicht in dieser Zeit“, sagte er, räumte allerdings ein, dass in diesem Fall kein optimaler Zeitpunkt für die Sperrung gewählt worden sei.
Nadine Scharfenberg gibt an, kein Schreiben von der EWE erhalten zu haben. Sie habe sich von ihren 1500 Euro Altschulden bei der EWE auf etwa 750 Euro in Raten heruntergearbeitet. Monat für Monat will sie nun auch den Rest abstottern, aber mit zwei kleinen Kindern könne sie auch nichts dazuverdienen.
Sie wandte sich dann hilfesuchend an ihre Sachbearbeiterin bei der Hartz-IV-Behörde Arge. Erst als diese Frau dann bei der EWE anrief und dem Unternehmen zusicherte, dass die Stromkosten übernommen würden, wurde die Sperrung aufgehoben.
„Ich musste dann noch zweimal nachtelefonieren, bis der Strom wieder da war“, erklärt Nadine Scharfenberg, die froh war, dass sie an dem Tag ohne Strom zumindest das Essen für ihre Kinder bei einer Freundin kochen konnte.
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Die EWE ist ein Aktienunternehmen, dass nicht über andere Leute Geld allein verfügen kann.
Die gute Frau Scharfenberg hat Verantwortung gegenüber ihren Kindern und dazu gehört auch, Rechnungen zu bezahlen und mit Geld zu wirtschaften (irgend woher müssen ja die Schulden kommen).
Man kann schließlich nicht von anderen Menschen (EWE, Aktienkunden und der Gemeinschaft) erwarten, dass die etwas tun, für was man selbst keine Verantwortung zu übernehmen bereit ist.
Ich kann der Familie nur raten, sich einer seriösen Schuldenberatungsstelle anzuvertrauen, die einem auch hilft mit Geld umzugehen.
Und noch eins, Hut ab vor den Vermieter!! Es gibt nicht viele Leute, die anderen in einer solchen Situation helfen. Das nenne ich Zivilcourage!
Wer niemals arm war kann sich nicht im geringsten in diese Situation hineinversetzen!
Auch nicht bei wohl wollen...
Ich kann nur sagen: Arme Nadine und Familie!!! Kopf hoch! Lasst euch nicht unterkriegen, auch nicht in dieser herzlosen Angelegenheit! Dazu fällt mir echt nichts mehr ein...mir ist zum Weinen!!!
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Aber mal ein anderes Feld gilt es zu beackern, wenn es um "Tränendrüsenthemen" (Kinder frieren), geht.
Wo ist Die Familie der Betroffenen. Wo "beste" FreundeInnen.
Bevor irgendjemand vor moralischen Fehlverhalten herhalten muß, bitte verlieren wir alle ein Wort über "Erstverantwortliche". Wenn es sie nicht gibt, können wir nochmal drüber nachdenken.