Vergewaltiger aus Varel drohte Jungen: „Ich töte euch“
KRIMINALITÄT Zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt – Zehn Kinder vergewaltigt
VON FRANZ-JOSEF HÖFFMANN
Varel/Oldenburg - Wegen Vergewaltigung von zwei Jungen hat das Oldenburger Landgericht am Donnerstag einen 53 Jahre alten Mann aus Varel zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die beiden 14-jährigen Opfer gehören zu einer Gruppe von Jugendlichen und Kindern, die sich regelmäßig in der Vareler Wohnung des Angeklagten traf. Dort mussten sie Alkohol trinken, rauchen und Pornofilme anschauen. Die scheinbaren „Freizügigkeiten“, die die Kinder in der Wohnung des Angeklagten genossen, mussten sie teuer bezahlen.
Den Ermittlungen zufolge betrachtete der 53-Jährige die Jungen als Freiwild. Der Angeklagte soll sich über einen längeren Zeitraum an allen Kindern sexuell vergangen haben. Für den Fall, dass sie etwas erzählen würden, drohte der 53-Jährige ihnen den Tod an. Die Anklage, die am Donnerstag verhandelt wurde, erstreckt sich nur auf zwei 14-Jährige. Weitere Anklagen warten noch. Der ermittelnde Polizist sagte, es wären wohl zehn Kinder und Jugendliche, die von dem Angeklagten immer wieder vergewaltigt worden seien.
Die Ermittlungen hätten sich äußerst schwierig gestaltet. Die Eltern der Kinder hätten es nicht wahrhaben wollen, dass ihre Jungen vergewaltigt worden seien, sagte der Polizist. Weil die Beweislage wegen der stockenden Ermittlungen anfangs dünn war, musste der in der Zwischenzeit verhaftete Angeklagte wieder aus dem Gefängnis entlassen werden. Er hatte die Freiheit zur Flucht genutzt. Eine Handy-Ortung ergab, dass er sich in Frankreich aufhielt. Ein internationaler Haftbefehl brachte ihn wieder ins Gefängnis.
1995 war der 53-Jährige wegen versuchten Mordes zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.
Am Donnerstag legte der Angeklagte bezüglich der Fälle zum Nachteil der beiden 14-jährigen Jungen ein Geständnis ab. Er will zur Tatzeit viel getrunken haben. „Wir können in der Tat nicht feststellen, dass der Angeklagte homosexuell oder gar pädophil ist“, sagte der Vorsitzende Richter Jaspert.
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