Auf der Suche nach intelligenten Lösungen
KLIMAWANDEL Klaus Töpfer über Herausforderungen der Zukunft
Klaus Töpfer (links) im Gespräch mit Prof. Reto Weiler, Direktor des Hanse-Wissenschaftskollegs Delmenhorst. BILD: BEDNARZ 
Delmenhorst - Er denkt darüber nach, wie neun Milliarden Menschen auf der Erde im Jahr 2050 glücklich leben können: Prof. Dr. Klaus Töpfer, von 1987 bis 1994 CDU-Bundesumweltminister, später Direktor des UN-Umweltprogramms und Generaldirektor des Büros der Vereinten Nationen in Nairobi. Auf Einladung des Technologie- und Wirtschaftszentrums Delmenhorst referierte der für seine kritischen Töne gegenüber den Entscheidern in Wirtschaft und Politik bekannte 72-Jährige am Montag in Delmenhorst vor rund 200 Zuhörern zum Thema Klima und Energie und nachhaltige Wirtschaft.
„Wo kriegen wir das Wasser her, das neun Milliarden Menschen brauchen?“ Am Trinkwasser machte Töpfer klar, dass ein „Weiter so“ nicht die Lösung bringen kann. „Die Wasserwirtschaft muss weiterentwickelt werden. Von uns oder von anderen. Bei Energie ist es genau das Gleiche.“
Am Beispiel Klimaschutz machte Töpfer deutlich, dass ein alleiniges Setzen auf die Selbstregulierungskräfte des Marktes nicht ausreiche; der Staat müsse verbindliche Regeln setzen. Das mache sich mittelfristig auch für die Wirtschaft bezahlt, wie Töpfer am Beispiel Kohlekraftwerke deutlich machte. Entschwefelung und Stickoxid-Reduktion, Staub- und Schwermetall-Filter seien Technologien, die man heute erfolgreich nach China verkaufe.
Neue Ansätze könnten auch beim Klimakiller Kohlendioxid die Wende bringen. Töpfer: „Ich bin kein Freund davon, das CO2 in die Erde zu verpressen.“ Intelligenter sei es, nach Möglichkeiten zu suchen, sich das CO2 durch neue Technologien wirtschaftlich nutzbar zu machen.
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