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Nach den Sternen greifen

31.12.2016
NWZonline.de NWZonline 2017-01-02T08:49:52Z 280 158

Kirche:
Nach den Sternen greifen

Frage: Herr Sibbel, warum kommen die Heiligen Drei Könige eigentlich erst so spät beim Jesuskind an?

Christoph Sibbel : Das hat etwas mit der Überlieferung zu tun. In der Bibel ist ja nicht vom 24. Dezember oder 6. Januar die Rede, wenn es um Christus’ Geburt geht. Die Ankunft von Caspar, Melchior und Balthasar an der Krippe steht dafür, dass alle Völker der Welt vertreten sind, wenn Gott als menschlicher Erlöser erscheint. Wir feiern so auch verschiedene Aspekte der Weihnachtsgeschichte.

Frage: Welcher ist der wichtigste?

Sibbel : Ach, wenn ich mir den Trubel und die ganze Konsumschlacht um den heiligen Abend so anschaue, schätze ich den Dreikönigstag schon.

Frage: Geht es denn beim Sternsingen noch um biblische Geschichte?

Sibbel : Das ist mir schon wichtig. Natürlich sollen auch Spenden gesammelt werden – aber ich sage den Kindern unserer Gemeinde auch, dass die Menschen, die sie da besuchen, auf sie und den Segen ihres Hauses warten.

Frage: Wie bereiten Sie die Kinder noch vor?

Sibbel : Wir schauen mit ihnen den Film des deutschen Kindermissionswerkes, das die Aktion mit einem jährlich wechselnden Motto leitet, an. Unterstützt wird mit den Spendengeldern immer ein anderes Entwicklungsland. Dieses Mal ist es Kenia. In dem Video erfahren unsere Kinder, wie es ihren Altersgenossen geht, womit sie spielen, welche Schwierigkeiten sie haben – Dürre durch Klimawandel zum Beispiel. Außerdem üben wir gemeinsam das Schreiben mit Kreide an den Hausmauern und wir studieren die Lieder ein. Das sind alles moderne Songs – extra vom Kindermissionswerk komponiert.

Frage: Gibt es ein Gerangel um die Kronen?

Sibbel : Nein. Wir haben genug Kostüme im Fundus. Und jeder darf König sein. Nur schwarz anmalen wollen sich nicht alle. Aber dazu zwingen wir auch keinen.

Frage: Wie viel Spenden kommen dabei so zusammen?

Sibbel : Jede Menge. Im letzten Jahr waren es in unserer Gemeinde rund 14 000 Euro. Die Kinder bringen allerdings auch immer bergeweise Süßigkeiten mit – das glaubt man kaum.

Frage: Darum macht es ja solchen Spaß...

Sibbel : Sicher. Die Kinder sind am Nachmittag aber auch immer richtig abgekämpft. Sie kriegen dann erstmal eine warme Suppe. Und am nächsten Tag sind sie alle mit ihren Kostümen zum Gottesdienst eingeladen. Toll ist auch immer der Besuch im Rathaus am Vortag, danach geht es noch weiter zum Singen ins Klinikum.

Frage: Waren Sie als Kind auch ein Sternsinger?

Sibbel : Nein. Ich bin zwar in Cloppenburg aufgewachsen, aber damals haben das dort die Messdiener übernommen. Ich kann mich allerdings erinnern, wie sie bei uns vor der Tür standen.

Frage: Seit wann gibt es die Tradition überhaupt?

Sibbel : Das geht hinein bis ins hohe Mittelalter, wo die Heiligen Drei Könige mit einer Prozession geehrt wurden. Etwa bis ins 19. Jahrhundert gab es diese nachweihnachtlichen Feiern. Aufgegriffen wurde der Tag erst nach dem Zweiten Weltkrieg wieder – seit 1958 eben unter der Leitung des Kindermissionswerkes. Es ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder.

Frage: Dürfen den Segen eigentlich alle empfangen? Auch Menschen, die nicht katholisch sind?

Sibbel : Wir fragen nicht woran jemand glaubt – Christus segnet jedes Haus.

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