28.12.2012

Interview
Uni Vechta entwickelt sich prächtig

Der Vorsitzende der Universitätsgesellschaft und seine Mitstreiter wollen helfen, den Standort noch attraktiver zu gestalten. Es gibt gute Kontakte nach Oldenburg.

Norbert Wahn
 

Der Vorsitzende der Universitätsgesellschaft und seine Mitstreiter wollen helfen, den Standort noch attraktiver zu gestalten. Es gibt gute Kontakte nach Oldenburg.
Frage: Herr Bartels, wie schätzen Sie die Entwicklung der Universität Vechta ein, die sie in den letzten Jahren genommen hat?
Bartels: Sie ist in den letzten Jahren, insbesondere unter der Präsidentschaft von Frau Prof. Dr. Assenmacher, exzellent verlaufen. Die aktuellen Anmeldungen sind sehr hoch, so dass wir insgesamt 3600 Studentinnen und Studenten haben. Das ist eine großartige Zahl, die höchste, die Vechta je hatte. Das liegt eindeutig auch an den attraktiven Studienangeboten. Da sind die Gerontologie, die sozialen Dienste, aber auch nach wie vor die Lehrerausbildung. Das ist schon ein Pfund für den Standort Vechta.
Frage: Das klingt aber auch so, als ob Sie damit noch nicht zufrieden sind?
Bartels: Zufrieden schon, wir stehen jetzt gut da. Aber man muss auch schon darüber nachdenken, wie die Zukunft aussieht – und was man tun kann, um diesen Status zumindest halten zu können. Denn die Lehrerausbildung wird mit Blick auf den demografischen Wandel vermutlich in dieser Größenordnung nicht so nachgefragt werden. Wir müssen jetzt schon gucken, wie man den Standort stärken kann.
Foto Uwe Bartels BILD: Archiv

Minister und Bürgermeister

Uwe Bartels war von 1990 bis 1998 Staatssekretär im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium. Von 1998 bis 2003 war der SPD-Politiker dann Landwirtschaftsminister. Der heute 66-Jährige war von 2005 bis 2011 Bürgermeister von Vechta. Seit Ende 2011 ist er Vorsitzender der Universitätsgesellschaft Vechta.

Frage: In welcher Form unterstützt die Universitätsgesellschaft ihre Uni Vechta?
Bartels: Unsere Arbeit geht zum einen in den Bereich Öffentlichkeitsarbeit, das heißt, die Verbindung zwischen Wirtschaft und dem gesellschaftlichen Leben zu verstärken. Wir sind dabei, auch weiter Mitglieder zu werben, die dann auch für die Universität werben. Auf der anderen Seite bemühen wir uns, durch interessante öffentliche Veranstaltungen Menschen mit der Universität und einzelnen Instituten in Verbindung zu bringen.
Frage: Was haben Sie sich dazu für das nächste Jahr vorgenommen?
Bartels: Wir wollen erstmals eine Wissenschafts-Soiree durchführen. Da schauen wir natürlich auch ein bisschen zur Uni-Gesellschaft Oldenburg. Wir haben da einen sehr guten Kontakt. Man muss ja nicht alles neu erfinden. Dann haben wir Wissenschaftsabende und zwei Museums-Talkrunden geplant, um die Universität zusammen mit den Hochschullehrern weiter bekannt zu machen. Zum anderen wollen wir die Präsidentin und die Gremien der Uni unterstützen bei dem Bemühen, den Standort Vechta noch attraktiver zu gestalten. Das heißt auch Unterstützung bei Gesprächen mit der Landesregierung und mit Wirtschaftsunternehmen. Wir wünschen uns, dass auch Drittmittel über die heimische Wirtschaft in die Uni fließen.
Frage: Wie viele Mitglieder hat die Universitätsgesellschaft Vechta derzeit?
Bartels: Das sind rund 200. Wir bauen das weiter aus und haben im vergangenen Jahr über 100 neue Mitglieder werben können.
Frage: Wie steht es um die Unterstützung für die Studierenden?
Bartels: Wir vergeben jährlich eine Reihe von Förderpreisen für die besten Bachelor- und Masterarbeiten. Erstmals haben wir außerdem in diesem Jahr einen Preis vergeben für eine Arbeit, die einen besonderen regionalen und innovativen Charakter hat. Wir sind auch Mitveranstalter des Höffmann-Wissenschaftspreises, der mit 10 000 Euro dotiert ist. Das machen wir am 17. Januar.

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