08.08.2014

Interview
Wer sich im Netz nicht schützt, wird zum Opfer

Antje Schroeder
Jens Koeppen, Bundestagsabgeordneter BILD: dpa

Das Thema: Datenklau im Internet Im Interview: Jens Koeppen, Bundestagsabgeordneter Zur Person: Jens Koeppen (51, CDU) ist Vorsitzender des neuen Parlamentsausschusses „Digitale Agenda“ des Deutschen Bundestages.

Frage: Haben kriminelle Machenschaften im Internet nicht inzwischen eine weitaus größere Dimension als die Ausspähung durch die NSA und andere Geheimdienste?

Koeppen: Beide Fälle sind unglaublich, aber auf keinen Fall miteinander zu vergleichen. Weder bei dem NSA-Skandal noch bei dem jetzt bekannt gewordenen Angriff russischer Hacker liegen alle Fakten auf dem Tisch. Klar ist aber, die Verbesserung der IT-Sicherheit wird uns in der Politik, aber auch die Internetnutzer, künftig noch stärker beschäftigen.

Frage: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) prüft, welche Schäden es in Deutschland gibt. Sind die Experten dem Problem nicht gewachsen, oder fehlt es an Geld und Personal?

Koeppen: Internationale Kriminalität lässt sich weder in der analogen noch digitalen Welt durch einzelne nationale Behörden entdecken, verfolgen und aufklären. Dieser unglaubliche Fall zeigt, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit für unsere Sicherheit im Internet ist. Aber klar ist für mich, das BSI muss besser ausgestattet werden. Die digitale Welt nimmt immer mehr Raum in unserem Leben ein. Damit wird jeder Einzelne auch immer anfälliger und kann Opfer von international agierenden Kriminellen im Netz werden. IT-Sicherheit ist ein ganz zentrales Thema, und da sollten wir auch an der notwendigen Ausstattung nicht sparen. Mit der heutigen Ausstattung kann das BSI ganz sicher nicht die Anforderungen erfüllen, die sich in den kommenden Jahren stellen werden.

Frage: Welchen Stellenwert hat das Thema Datensicherheit bei der Digitalen Agenda, die in Kürze von der Bundesregierung verabschiedet werden soll?

Koeppen: Datensicherheit wird eine zentrale Rolle spielen. Das Innovations- und das Wachstumspotenzial, das mit dem Internet verbunden ist, wird nur genutzt werden können, wenn die Menschen Vertrauen ins Netz haben. Aber Datensicherheit ist nicht nur Aufgabe von Politik. Gesetze oder internationale Abkommen können die Sorgfaltspflicht jedes Einzelnen nicht ersetzen. Wer fahrlässig mit seinem Passwort umgeht oder wer auf aktuelle Anti-Viren-Software verzichtet, der wird ganz sicher Opfer von Internet-Kriminellen werden!

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