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NWZonline.de Nachrichten Politik Interviews

Wir müssen zu mehr Freihandel kommen

02.01.2017
NWZonline.de NWZonline 2017-01-02T05:07:52Z 280 158

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Wir müssen zu mehr Freihandel kommen

Das Thema: Wirtschaftsprognose für 2017

Im Interview: Eric Schweitzer, DIHK-Präsident

Zur Person: Eric Schweitzer (51) leitet mit seinem Bruder Axel das Recyclingunternehmen ALBA in Berlin.

Frage: Herr Schweitzer, mit welchen Erwartungen geht die deutsche Wirtschaft ins neue Jahr?

Schweitzer: Wir gehen für das neue Jahr von 1,2 Prozent Wachstum aus. Das ist weniger, als wir 2016 hatten. Die Entwicklung wird vor allem durch den Binnenkonsum und die Bauwirtschaft getragen. Der Export macht uns Sorgen, vor allem aus zwei Gründen: Die Weltwirtschaft wächst aktuell lediglich um unterdurchschnittliche drei Prozent, zudem nehmen in vielen G20-Ländern protektionistische Maßnahmen zu.

Frage: Was bedeutet das konkret?

Schweitzer: Unser Exportwachstum dürfte 2017 mit zwei Prozent genauso schwach ausfallen wie in 2016. Der Export ist aber der Bereich, der unser Wirtschaftsmodell trägt. Und genau dort wachsen wir fast nicht mehr. Das ist eine gefährliche Entwicklung für den Standort Deutschland.

Frage: Wird es im Jahr 2017 eine Fortsetzung des Jobwunders auf dem deutschen Arbeitsmarkt geben, wenn ja, in welchen Branchen?

Schweitzer: Wir rechnen damit, dass es 2017 rund 450 000 neue Jobs in Deutschland geben wird. Das kann sich sehen lassen. Ganz vorn werden der Gesundheits- und Bildungssektor mit rund 150 000 neuen Arbeitsplätzen sein. Bei den vor allem unternehmensbezogenen Dienstleistern gehen wir von rund 130 000 zusätzlichen Stellen aus. In Handel, Verkehr und Gastgewerbe werden es 130 000 sein, in der Industrie und auf dem Bau jeweils 30 000.

Frage: Das Freihandelsabkommen Ceta mit Kanada soll im kommenden Jahr ratifiziert werden, doch die Öffentlichkeit bleibt weiterhin kritisch bis ablehnend. Woran liegt das eigentlich?

Schweitzer: Ceta ist ein sehr gutes Abkommen. Es basiert auf klaren Werten und erhält europäische Umwelt-, Sozial- und Verbraucherstandards. Wir müssen zu mehr Freihandel kommen, nicht zu weniger. Gerade Deutschland ist wegen seiner Exportstärke mehr als jedes andere Land auf offene Märkte angewiesen. Rund 10 Millionen Arbeitsplätze hängen bei uns vom Export ab. Das sind meist gut bezahlte Jobs. Und an jedem Industriearbeitsplatz hängen weitere im Dienstleistungsbereich. Es geht darum, dass wir unsere Standards weltweit zur Norm machen. Wenn wir es nicht versuchen, werden andere beim Freihandel vorangehen. Und die Standards werden dann im Zweifel geringer sein als unsere.

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