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Zusammenleben von Menschen und Wölfen ist möglich

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Zusammenleben von Menschen und Wölfen ist möglich

Im Interview: Ludger Frye

Zur Person: Ludger Frye(52) ist Vorsitzender der Kreisgruppe Vechta des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), die am Mittwochabend Eltern und Erzieher des Waldkindergartens Goldenstedt informiert hat. Der Kita hatte sich ein Wolf genähert.

Frage: Herr Frye, der Nabu hat in Goldenstedt über Wölfe informiert. Wie groß ist die Verunsicherung?

Frye: Die Eltern und die Erzieher sind zum Teil durch die Medien und das Gerede sehr verunsichert. Um dem entgegenzuwirken und die berechtigten Ängste, die die Eltern haben, aufzugreifen, haben wir kurzfristig diese Veranstaltung mit kompetenten Referenten organisiert. Es hat sich gezeigt, dass die Eltern viele Ängste und Fragen haben. Diese wurden erst in einem Vortrag aufgegriffen, danach gab es eine sehr lebhafte Diskussion. Die Verunsicherung ist aber nicht mit einem Abend erledigt, da muss ein Prozess folgen.

Frage: Sind Menschen denn überhaupt gefährdet?

Frye: Den umfangreichen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge bestehen kaum Gefahren, da Wölfe den Menschen aus dem Wege gehen. In den 15 Jahren, also seitdem sich wieder Wölfe in Deutschland vermehren, hat es keine Zwischenfälle gegeben. In der Lausitz leben beispielsweise 220 000 Menschen zusammen mit 13 Wolfsrudeln. Dort gewöhnen sich die Menschen an den Wolf. Die Region profitiert sogar durch einen regelrechten Wolfs-Tourismus. Konflikte gibt es vor allem im Bereich Nutztiere. Die sind aber lösbar. Dort muss der Mensch aktiv werden und seine teils nicht hinreichend gesicherten Herden besser schützen. Seit der Wolf nachweislich im Landkreis Vechta ist, greift die Förderkulisse Herdenschutz des Landes. Wir wünschen uns, dass hier betroffene Tierhalter schnell und unbürokratisch Hilfe erhalten.

Frage: Der Waldkindergarten bekommt einen Zaun. Sind weitere Maßnahmen nötig?

Frye: Dort wohl weniger, das zeigen die Erfahrungen von anderen Waldkindergärten in den Gebieten, wo bereits länger Wölfen siedeln. Hier läuft es problemlos. Generell ist es nach der ersten Eingewöhnungsphase gut möglich, dass Mensch, Wolf und Nutztiere in besser gesicherten Haltungen miteinander in einer Region leben können. Das zeigen die Erfahrungen aus Ostdeutschland. Der Nabu begrüßt die Rückkehr bei uns ausgerotteter Tierarten, wie dem Wolf, und heißt ihn willkommen.

Ludger Frye (52) ist Vorsitzender der Kreisgruppe Vechta des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), die am Mittwochabend Eltern und Erzieher des Waldkindergartens Goldenstedt informiert hat. Der Kita hatte sich ein Wolf genähert.


Infos unter   www.nabu-oldenburg.de