Brücken führen noch ins Nirgendwo
Bauarbeiten Trasse der Schortenser Umgehungsstraße nimmt Konturen an – Vier Überführungen
In einem tiefen Loch in Heidmühle werden Leitungen verlegt. Hier quert künftig die Bahnhofstraßen-Brücke die neue B 210. 
von Ulrich Schönborn
Schortens - Die Brücken stehen wie Fremdkörper mitten in der Landschaft. Noch gibt es keine Zu- und Abfahrt. Doch deren Bau steht als nächstes an: Die Ortsumgehung Schortens (neue B 210) nimmt immer konkreter Züge an. Und die Brücken am Moorhauser Weg, an der Bahnhofstraße und am Theilenweg in Ostiem sind ein wichtiger Bestandteil des Gesamtprojekts.
Da der Verkehr querungsfrei auf der Bundesstraße fließen soll, werden drei bestehende untergeordnete Straßen über die neue B 210 geführt. „Grundsätzlich wird aus Kostengründen immer die kleinere über die größere Straße geführt“, sagt der Leiter der für das Großprojekt zuständigen Straßenverkehrsbehördein Aurich, Frank Buchholz. Die Bundesstraße wird nur direkt vor dem Autobahnkreuz Wilhelmshaven in die Höhe geführt, um das dort verlaufende Bahngleis zum Jade-Weser-Port zu überqueren. Laut Buchholz sei es immer günstiger, eine Straße über eine Brücke zu führen als Bahnschienen.
An der Bahnhofstraße fällt neben dem großen Brückenbauwerk auch ein tiefes Loch auf, das dort derzeit direkt am Straßenrand klafft. Dort müssen Ver- und Entsorgungsleitungen neu gelegt werden.
Wie berichtet, wird mit der neuen Straße die Lücke zwischen der Ortsumgehung Jever und dem Autobahnkreuz geschlossen. Die Planer und viele Bürger erhoffen sich davon eine Entlastung der alten B 210, die mitten durch Heidmühle führt. Das etwa sechs Kilometer lange Teilstück kostet mehr als 30 Millionen Euro.
Die künftige Trasse ist Buchholz zufolge weitestgehend geräumt und inzwischen gut sichtbar. Auf den moorigen Boden wird Sand aufgeschichtet, um den Straßenuntergrund zu verdichten. Neben der neuen Bundesstraße 210 in Jever werden zurzeit die Sandspülmaßnahmen vorbereitet. Der bestehende See, der bei den Bauarbeiten für die jeversche Ortsumgehung entstanden ist, wird dafür weiter ausgebaggert. Der Sand wird dann über eine Rohrleitung zur Baustelle transportiert. Mit diesen Arbeiten soll in Kürze begonnen werden.
Der ursprüngliche Plan, die Ortsumgehung Schortens im Jahr 2012 für den Verkehr freizugeben, kann allerdings nicht mehr gehalten werden. Grund ist Buchholz zufolge der inzwischen beigelegte Vergabestreit, der zu einer Verzögerung des Baubeginns geführt hatte. Wie berichtet, hatte eine abgelehnte Bietergemeinschaft vor der Vergabekammer in Lüneburg gegen die Auftragsvergabe an ein anderes Unternehmen geklagt.
Da die Asphaltierungsarbeiten nicht im Winter erledigt werden können, rechnet man nun mit einer Fertigstellung der Straße im Jahr 2013.
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