Jadebay-Region hat Rückenwind
Wirtschaftsforum Vielversprechende Perspektiven für Friesland aufgezeigt
Mutmacher auf Schloss Gödens (von links): Landrat Sven Ambrosy, JadeBay-Geschäftsführer Detlef Breitzke und Frieslands Wirtschaftsförderer Rainer Graalfs mit Hausherr und Gastgeber Karl-Georg Graf von Wedel. BILD: Oliver Braun 
von Oliver Braun
Gödens - Der Landkreis Friesland ist ohne große Blessuren durch die Krise gekommen: „Wir haben Rückenwind“, frohlockte Frieslands Landrat Sven Ambrosy beim Wirtschaftsforum 2010 unter dem Titel „Perspektive Friesland“ auf Schloss Gödens. Ambrosy verwies vor rund 140 Gästen aus Wirtschaft und Politik – die in der Region rund 11500 Arbeitsplätze verantworten – u. a. auf die Millionen-Investitionen rund um Premium Aerotec in Varel, auf das interkommunale Gewerbegebiet Jade-Weser-Park, die neuerlichen Spitzenwerte für die Tourismuswirtschaft in der Region und auf die Arbeitslosenquote, die trotz Krisenzeiten bei 6,5 Prozent liege. Mit dem Schwerpunkt Bildung und dem Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wirke der Landkreis zudem dem Fachkräftemangel entgegen.
Hafen wird Tor zur Welt
Auch Hauptredner Detlef Breitzke, Geschäftsführer der Wirtschaftsfördergesellschaft „JadeBay GmbH“, machte Mut und betonte in Gödens die wirtschaftlichen Chancen der Region rund um den Jadebusen. Das Augenmerk müsse dabei auf Wilhelmshaven liegen. Die Stadt sei imageprägend für die ganze Region. „Durch den Jade-Weser-Port wird Wilhelmshaven unser Tor zur Welt“, erklärte Breitzke. Es dürfe niemandem egal sein, wie diese Stadt sich entwickele, so Breitzke an die Adresse der Nachbarn. Und: „Wir haben jetzt die Chance, aus der Stadt für die Zukunft etwas ganz Wertvolles zu machen.“
Breitzke stellte dar, dass in der Jade-Bay-Region mit den Landkreisen Friesland, Wittmund, Wesermarsch und der Stadt Wilhelmshaven und den darin ansässigen rund 21 000 Wirtschaftsunternehmen seit 2009 gesicherte Investitionen in einer Größenordnung von fünf bis sechs Milliarden Euro angeschoben wurden. Über Investitionen in Höhe von einer weiteren Milliarde Euro werde konkret verhandelt.
JadeBay als Marke nutzen
Breitzke forderte kleine und mittelständische Unternehmen auf, den Begriff „JadeBay“ als Dachmarke für die Region zu nutzen. „Das stellt für Firmen keine finanzielle Belastung dar und kann national und international als Markenanbindung verwendet werden.“ Breitzke ging auch auf den demografischen Wandel und die damit einhergehende innerdeutsche Wanderungsbewegung und den drohenden Fachkräftemangel ein. „Wir brauchen einen Stadt- und Regionalumbau“, forderte Breitzke.
Als Branchenschwerpunkte für die Jade-Bay-Region listete der Wirtschaftsförderer die maritime Industrie, den Luftfahrzeugbau, Energie und Chemie sowie den Tourismus auf. Weitere Chancen für die Region liegen in der Gesundheits- und Vorsorgewirtschaft, im Bereich der Dienstleistungen und in der Kavernentechnologie zur Gas- und Öleinlagerung.
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