WILHELMSHAVEN, 2. Februar 2012


Wilhelmshaven: Weitere Löcher beim Jade-Weser-Port

Hafenwirtschaft Wilhelmshavener Großprojekt erlebt Endspurt mit Hindernissen


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Die Baustelle des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven Bild: dpa Bild vergrößern

Juristische Auseinandersetzungen begleiten das Vorhaben. Jetzt geht es um Baumängel.

von Jürgen Westerhoff

Wilhelmshaven - Die Bauarbeiten für den Wilhelmshavener Tiefwasser-Containerhafen Jade-Weser-Port gehen in die Schlussphase – und sorgen gleichzeitig durch Mängel an der Kajenwand für Mehrkosten im zweistelligen Millionenbereich. Schon jetzt gibt es ein erbittertes Ringen um die Verantwortlichkeit, der geplante Eröffnungstermin des Hafens am 5. August ist laut Realisierungsgesellschaft nicht gefährdet.

Nachdem zunächst 34 Löcher in der Spundwand festgestellt worden waren, entdeckte man jetzt noch 13 weitere. Die Gesamtkosten für die Reparatur liegen nach Schätzung bei etwa zehn Millionen Euro, die nach Auffassung der Realisierungsgesellschaft entweder von der Arbeitsgemeinschaft der beteiligten Baufirmen oder einer Versicherung aufgebracht werden müssen. Die Länder Niedersachsen und Bremen müssten als Auftraggeber jedenfalls nicht mit Mehrkosten kalkulieren.

Für die Oldenburger Baufirma Hecker, die mit 29 Prozent an der Arbeitsgemeinschaft beteiligt ist, hat das Risiko bereits zu finanziellen Schwierigkeiten geführt. Es zeichnet sich ab, dass es auch in der Schlussphase des Großprojektes eine juristische Auseinandersetzung um die Bezahlung geben wird.



Rechtsstreitigkeiten begleiten den Hafenbau von Anfang an. Zunächst musste die ursprüngliche Auftragsvergabe an den Baukonzern Hochtief durch das Oberlandesgericht Celle korrigiert werden. Den Zuschlag für das 500-Millionen-Euro-Projekt bekam eine Arbeitsgemeinschaft unter Führung der Papenburger Bauunternehmung Johann Bunte. Bei einem weiteren Prozess vor dem Landgericht Oldenburg geht es um Mehrkosten des Stahls, der wegen der verzögerten Auftragsvergabe erst später zu höheren Preisen als kalkuliert gekauft werden konnte. Dabei streiten sich die Parteien um mehr als 50 Millionen Euro.

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