Brandstifter bei Polizei kein Unbekannter
Kindergarten Ermittler vernehmen 23-Jährigen – Auch Ehefrau in Untersuchungshaft
Die Polizei hat einen Tatverdächtigen ermittelt, der auch diesen gestohlenen Transporter auf dem Verbrauchermarkt-Parkplatz an der Mühlenstraße (Bild) angezündet hatte. BILD: Feuerwehr 
von Hans Begerow Und Christoph Koopmeiners
Varel - „Gott sei dank, dass man den Täter gefasst hat. Das ist eine gute Nachricht. Der Mann kann nun keinen Schaden mehr anrichten. Varel kann wieder ruhig schlafen.“ So hat Pfarrer Manfred Janßen auf die Nachricht reagiert, dass die Staatsanwaltschaft einen Tatverdächtigen für die Brandstiftung im katholischen Kindergarten benannt hat. „Wenn ich nachts wach werde, gehe jedes Mal ans Fenster und schaue auf die Brandruine auf der anderen Straßenseite“, so Janßen weiter. Er berichtete davon, dass es den Kindergartenkindern gut geht. „Sie haben in den vergangenen Tagen den winterlichen Pfarrgarten zum Spielen benutzt.“
Dank an Eltern
Pfarrer Janßen lobte die Eltern für ihren Einsatz beim Umzug des Kindergartens am Wochenende in die provisorischen Räume am Seilerweg, wo an diesem Dienstag der Betrieb beginnt. Bislang sind gut 9000 Euro von Bürgern, Institutionen und Firmen an den Kindergarten gespendet worden.
Der 23-jährige Tatverdächtige und seine 22-jährige Ehefrau sind für Polizei und Justiz keine Unbekannten. Mehrfach hat sich der 23-Jährige vor dem Jugendrichter und Jugendschöffengericht verantworten müssen. Unter anderem wegen Brandstiftung. 2005 erfolgte eine erste Verurteilung, weil der jetzt in Untersuchungshaft sitzende Mann als damals 16-Jähriger Papiercontainer angezündet hatte. Weitere Vorwürfe waren Fahren ohne Führerschein, Diebstahl, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz. Später, 2008, folgte eine Verurteilung wegen unerlaubter Einfuhr von Betäubungsmitteln. 2006 hatte er mit seiner Mutter ein Kilogramm Marihuana und zehn Gramm Rauschgiftpilze aus Holland nach Deutschland geschmuggelt. Dafür wurde er zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt.
2009 hatte er mit seiner späteren Frau einen Pkw angesteckt, den sie in Varel gestohlen hatten. Zuvor waren sie in ein Haus eingedrungen, dessen Besitzerin im Urlaub war. Sie hatten dort Hausrat und Einrichtungsgegenstände für die eigene Wohnung gestohlen.
Vor dem Haftrichter
Mit dem gestohlenen Pkw der Geschädigten brachten sie das Diebesgut nach Hause, anschließend zündeten sie den Pkw an, der total ausbrannte. Später wurden die beiden als Täter ermittelt, wobei sich in ihrer Wohnung 43 Ecstasy-Tabletten bei einer Hausdurchsuchung fanden. Die junge Frau war damals zu einer Jugendstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Ihr Ehemann saß da schon in der Jugendanstalt Hameln, um eine mehrjährige Jugendstrafe abzusitzen.
Das Paar war am Freitag den Polizisten auf einem Überwachungsvideo aufgefallen, das den Brand des Pkw auf dem Verbrauchermarktgelände dokumentierte (die NWZ berichtete). Nach der Festnahme erließ der Haftrichter am Amtsgericht Untersuchungshaftbefehl.
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