OLDENBURG, 2. Februar 2011


Grandioser Probelauf für die Thronrede

59. Gilde-Abend Bundesminister Philipp Rösler bei Gesellschaft Union begeistert gefeiert


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Aufgetischt: Es schmeckte (von links) dem neuen IHK-Präsidenten Gert Stuke, Minister Philipp Rösler, Unionvorsitzendem Jürgen Howaldt, OB Gerd Schwandner, Uni-Präsidentin Babette Simon und OLG-Präsident Gerhard Kircher. BILD: Torsten von Reeken  Bild vergrößern

Der künftige König lobte das Selbstbewusstsein der Region. Der Oberbürgermeister demonstrierte genau dieses.

von M. Exner Und J. Rittner

Oldenburg - Noch ist er nicht im Amt. Gleichwohl fühlt sich der neue Kohlkönig Philipp Rösler schon heimisch in Oldenburg. Gilde-Abend, Presseball, Kleiner Kreis – der Bundesgesundheitsminister kennt die A 28 fast schon im Schlaf. „Wenn’s mal richtig schlecht läuft in Berlin, denke ich an Ihre Region und an Heimat“, sagte Rösler in einer mit ungewohnt großem Beifall bedachten Rede vor 450 Gästen auf dem 59. Gilde-Abend der Gesellschaft Union in der Weser-Ems-Halle.

Seine Heimat sind Bückeburg und Hannover mit einem Schuss Vietnam und nun einer Extraportion Oldenburg. „Was Baden-Württemberg für Deutschland ist der Nordwesten für Niedersachsen“, lobte Rösler am Montagabend in einem grandiosen und oft selbstironischen Probelauf für die Thronrede in einer Woche in Berlin. Damit meint er vor allem das clevere Engagement und den gemeinsamen Kampf für die Region. Wie erfolgreich die Oldenburger das machen, habe sich mit der Zusage für die European Medical School mal wieder gezeigt.



Diese jüngste Errungenschaft auf dem Feld der Wissenschaft zog sich wie ein roter Faden durch den Abend. Unions-Vorsitzender Jörg Howaldt sagte, mit der Medical School werde „für Oldenburg ein mit riesigen Chancen aber auch Herausforderungen behaftetes Zukunftsfeld eröffnet“. Und Oberbürgermeister Gerd Schwandner zählte „diese Nachricht zu den besten des Jahres“. Der Studiengang bedeute eine deutliche Aufwertung für den Bildungsstandort Oldenburg. Neben dem Schlauen Haus sei die Medical School ein handfester Beleg für die Langzeitwirkung des Titels „Stadt der Wissenschaft“.

Doch der Kohlkönig in Spe sang vor den 450 Gästen beim 59. Gildeabend nicht nur ein Loblied auf Oldenburg. Der Festredner begeisterte mit einer Mischung aus ernster Gesundheitspolitik und heiteren Kohl-Kalauern. „Ich dachte, in Berlin geht das schöne Leben los – Geld, Autos, Frauen, Partys – aber als Gesundheitsminister hat man nicht so ein Leben wie ein Linken-Vorsitzender.“ Auch der OB wurde aufgespießt. Nachdem Schwandner zuvor erzählt hatte, dass er als derzeit amtierender Baudezernent mal ein wenig seinem ersten Berufswunsch als Architekt nachgehen kann, applaudierte Rösler vom Rednerpult: „Architekt, Arzt, Oberbürgermeister und das zusammen.“

Was der gelernte Arzt und künftige Kohlkönig den Oldenburgern attestierte, eine ganz besondere Mischung aus Heimatgefühl und Selbstbewusstsein, das hatte zuvor der Oberbürgermeister demonstriert. Der zitierte zunächst die Feststellung der FAZ, Oldenburg liege fernab der großen deutschen Zentren und setzte dann den Kontrapunkt: „Das wird immer weniger wichtig“, sagte Schwandner. „Wir sind mittlerweile auf dem Weg, selbst ein großes deutsches Zentrum zu werden.“

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Und ein Rezept für wirtschaftlichen Erfolg nach Bewältigung der Krise hatte der OB auch mitgebracht: „Erst nicht verlieren, dann gewinnen – das klingt nach einer guten Strategie.“






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