24.04.2013

Meinung
Doppelmoral

München kauft Fußballer Götze

Otto-Ulrich Bals
 
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Otto-Ulrich Bals

Damit das gleich klar ist: Der Transfer-Coup der Bayern, das Dortmunder Jahrhundert-Talent Mario Götze mit Millionen-Beträgen nach München zu lotsen, ist absolut rechtens. Ausstiegsklauseln in Profiverträgen sind nun einmal üblich und statthaft.

Es mag auch sein, dass die Münchner mit dieser brisanten Personalie von der Steueraffäre ihres Präsidenten ablenken wollen. Blenden wir bitte aber die spekulative und emotionale Ebene dieses Geschäfts einmal aus. Denn dass tief enttäuschte BVB-Anhänger auf dem Baum sind, ihr Dortmunder Junge Götze für sie seine Unschuld verloren hat und neutrale Beobachter einmal mehr die Münchner Wegkauf-Politik beanstanden, ist nachvollziehbar.

Nein, der wunde Punkt ist ein anderer: Uli Hoeneß. Der Bayern-Patriarch wird binnen weniger Tage zum zweiten Mal als Falschspieler entlarvt. Es ist keine Woche her, da setzte sich Hoeneß vehement für die Förderung des Wettbewerbs in der Bundesliga ein. Uli Hoeneß, Fußballverbesserer mit nationalem Anliegen.

Hätte er nur geschwiegen. Auf diese Doppelmoral kann der Fußball in Deutschland nämlich gut verzichten.


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