23.02.2013

Meinung
Europa zittert

Wahl in Italien

Hermann Gröblinghoff
 
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Hermann Gröblinghoff

Italien wählt – Europa zittert. Mit Argusaugen blicken die Politiker in Berlin, Paris oder London ab Sonntag Richtung Rom, wenn dort eine neue Regierung (die wievielte eigentlich?) gesucht wird.

Lange Zeit lag das Mitte-Links-Bündnis von Pier Luigi Bersani vorn, dicht auf den Fersen sind ihm aber der gelernte Komiker Beppe Grillo und das Stehaufmännchen Silvio Berlusconi. Sollte einer von ihnen das Rennen machen, dürfte das die Finanzmärkte erneut erschüttern. Grillo wettert gegen den Euro, der Cavaliere agiert ähnlich und kündigt zudem einen Schwenk beim Sparkurs an: Steuern runter, Ausgaben rauf, so sein Credo. Sollte das Realität werden, wären die Spar-Bemühungen des amtierenden Regierungschefs Mario Monti im Nu dahin.

Dem Wirtschaftsprofessor ist in seiner Amtszeit offenbar ein schwerer Fehler unterlaufen. Er gewann zwar international Vertrauen zurück, das eigene Volk hatte dagegen immer weniger Verständnis dafür, dass es den Gürtel enger schnallen musste. Dabei hat nicht Monti die Krise zu verantworten, sondern Berlusconi mit seinen früheren Regierungen. Doch diese Wahrheit blenden viele aus.


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