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Ägypten:
Naiver Westen

Es war zum einen ein Gewaltausbruch mit Ansage. Zum anderen markiert das Blutbad in Ägypten das erneute Scheitern westlicher Nahostpolitik.

Mursis Anhänger haben den Showdown bewusst provoziert. Mehrfach ignorierten sie Aufforderungen der neuen Regierung, sich zurückzuziehen. Für diese hätte weiteres Zögern Gesichtsverlust bedeutet. In nahöstlichen Gesellschaften ist das jedoch nicht hinnehmbar: Wer Schwäche zeigt, der taugt dort schlicht nicht zur Führung. Auf der anderen Seite leben Islamisten in der Überzeugung, ihr politischer Kampf auf Erden sichere ihnen im Jenseits das Paradies. Nicht wenige nehmen daher den Tod in Kauf. Nicht wenige suchen ihn gar. Das zu verstehen, bedeutet den inneren Mechanismus der Gewaltorgie zu erfassen.

Vor allem ist das Geschehen am Nil aber ein Desaster westlicher Politik. Wie jubelten vor nicht einmal zwei Jahren Öffentlichkeit und Politik, als in Tunesien, Ägypten, Libyen und Syrien der „arabische Frühling“ die alten Eliten und Regime ins Wanken brachte. Die Folgen dieser durch nichts gerechtfertigten Euphorie waren die Verkennung von Tatsachen und die Unterstützung der falschen Leute: In Ägypten repräsentierten die jungen Twitter-Aktivisten von damals eben nicht die Mehrheit des Volkes, nicht einmal entfernt so etwas wie eine „demokratische“ Stimmung. In Syrien unterstütz der Westen – auch Deutschland – heute Leute, die es nach einem Sieg über Assad gar nicht erwarten können, Israel, Europa und Amerika an die Kehle zu gehen und die alle mal weniger berechenbar sind als es das Assad-Regime war.

Doch da sind noch weitere schwerwiegende Fehler: Die EU und Deutschland schwächen in Wort und Tat die Verhandlungsposition Israels in den kommenden Gesprächen mit den Arabern. Dabei liegt es doch in ihrem Interesse, dieses Land als zuverlässigen Verbündeten und Hort regionaler Stabilität herzhaft zu unterstützen. Der Glaube an den Ausbruch des ewigen Friedens nach der Gründung eines Palästinenserstaates ist ebenso naiv und falsch, wie es alle Schwärmereien von einem „demokratischen“ Nahen Osten nach dem arabischen Frühling waren. Für letzteres legen mehr als 100 000 Tote Zeugnis ab.


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