24.04.2013

Meinung
Probleme

Mieten in Deutschland

Rüdiger Zu Klampen
 
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Rüdiger Zu Klampen

Der Deutsche Städtetag fordert schärfere Regeln gegen den drastischen Anstieg von Mieten. Das ist nachvollziehbar. Es zeigt sich eben, dass die Probleme im deutschen Immobilien- und Mietwohnungsmarkt nicht nur von den Betroffenen (oft schmerzlich) gespürt, sondern auch von den Zuständigen in Politik und Verwaltung zunehmend wahrgenommen werden – als wichtige Voraussetzung dafür, dass man die Dinge nicht einfach dauerhaft schleifen lässt.

Im Mietwohnungsmarkt haben sich beträchtliche Probleme angehäuft – bedingt durch regional ausgeprägte Knappheit. Wer umzieht, etwa in Richtung eines Arbeitsplatzes, muss fortan mit erheblichen Mehrkosten fürs Wohnen rechnen. Aber längst nicht jeder kann sich das leisten. Viele arbeiten für wenig Geld, der Niedriglohnsektor wächst.

Der Anstieg der Mieten ist schon deshalb problematisch, weil die Mobilität der Arbeitskräfte eine wichtige Voraussetzung für die weitere Wirtschaftsentwicklung in Deutschland ist. Beides spielt sich schwerpunktmäßig in einigen starken Ballungsräumen und aufstrebenden Regionen ab. Dort steigen auch die Mieten. Und so ergibt sich grundsätzlich Handlungsbedarf.

Einen Teil der Lösung bietet der Markt: Die Zahl der Neubauten in Deutschland steigt – getrieben von billigen Krediten und Angst vor dem Euro-Kollaps – deutlich. Diese Ausweitung des Angebotes wird sich über kurz oder lang bemerkbar machen.

Allerdings spielt sich der Mietwohnungsneubau eher im höherpreisigen Segment ab – für Durchschnitts- oder Geringverdiener wenig geeignet. Hier halten sich viele Investoren zurück. Über kurz oder lang werden die Kommunen wohl wieder selbst stärker am Markt tätig werden müssen. Dazu kann gehören, den Anstieg der Mieten mehr zu deckeln und die Umsetzung zu kontrollieren, wie es der Städtetag gefordert hat. Wichtig auf lange Sicht ist aber die vermehrte Schaffung erschwinglicher Mietwohnungen.


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