Meinung
Risse
Merkel-Reise in die Türkei
Es gibt derzeit sicher angenehmere Gesprächspartner für Kanzlerin Angela Merkel als den türkischen Premier. Mit verbalen Rundumschlägen gegen Deutschland sorgt der national-religiöse Erdogan immer wieder für Irritationen. Doch diesmal stehen auf der Agenda nicht bilaterale Probleme der beiden Handelspartner wie Visa-Erleichterungen und doppelte Staatsbürgerschaft, sondern eher internationale Konflikte und Krisen. Der Bogen reicht von Syrien über Mali bis zu den stockenden EU-Beitrittsverhandlungen.
Merkels Besuch der deutschen Soldaten an der türkisch-syrischen Grenze demonstriert, dass die Kanzlerin fest an der Seite ihres Gastgebers und NATO-Partners steht. Doch spätestens beim Thema EU werden Risse deutlich. Die Türkei zeigt sich wenig kompromissbereit in der Zypern-Frage und bei den Themen Demokratie, Menschenrechte sowie Medien- und Religionsfreiheit. Daran dürften auch Merkels Gespräche in Ankara wenig ändern.
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Gunars Reichenbachs
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