23.02.2013

Meinung
Risse

Merkel-Reise in die Türkei

Gunars Reichenbachs, Büro Berlin
 
Bild Gunars Reichenbachs, Büro Berlin
Gunars Reichenbachs, Büro Berlin

Es gibt derzeit sicher angenehmere Gesprächspartner für Kanzlerin Angela Merkel als den türkischen Premier. Mit verbalen Rundumschlägen gegen Deutschland sorgt der national-religiöse Erdogan immer wieder für Irritationen. Doch diesmal stehen auf der Agenda nicht bilaterale Probleme der beiden Handelspartner wie Visa-Erleichterungen und doppelte Staatsbürgerschaft, sondern eher internationale Konflikte und Krisen. Der Bogen reicht von Syrien über Mali bis zu den stockenden EU-Beitrittsverhandlungen.

Merkels Besuch der deutschen Soldaten an der türkisch-syrischen Grenze demonstriert, dass die Kanzlerin fest an der Seite ihres Gastgebers und NATO-Partners steht. Doch spätestens beim Thema EU werden Risse deutlich. Die Türkei zeigt sich wenig kompromissbereit in der Zypern-Frage und bei den Themen Demokratie, Menschenrechte sowie Medien- und Religionsfreiheit. Daran dürften auch Merkels Gespräche in Ankara wenig ändern.


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