15.04.2013

Meinung
Warnung

Wahlkampfauftakt

Gunars Reichenbachs
 
Bild Gunars Reichenbachs
Gunars Reichenbachs

Die Abteilung Attacke hat wieder geöffnet. Kanzlerin Angela Merkel weiß seit diesem Wochenende, was auf sie im Bundestagswahlkampf zukommt. Die Parteitage von SPD und der neu gegründeten „Alternative für Deutschland“ (AfD) bilden den Auftakt zur Wahlschlacht der nächsten Monate.

Die AfD agiert dabei nahe am Populismus mit schlichten Parolen: Raus aus dem Euro, zurück zur D-Mark. Ist das die richtige – und einzige – Antwort auf die vielschichtigen Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenprobleme in Europa und weltweit? Kann sich Deutschland in Zeiten der Globalisierung in einen Elfenbeiturm zurückziehen? Zweifellos bedient die „Alternative“ im Gegensatz zu den Parteien im Bundestag eine weit verbreitete Sorge in den bürgerlichen Schichten um die Zukunft ihres Wohlstands. An Trägern akademischer Titel mangelte es nicht auf dem AfD-Gründungsparteitag – mit ein paar weiblichen Einsprengseln versehen. Die vielen ehemaligen Unions- und FDP-Mitglieder signalisieren, dass sie sich vom Europa-Kurs der Kanzlerin nicht mitgenommen fühlen. Enttäuschte Wertkonservative und Wirtschaftsliberale könnten im Herbst an einer neuen Stelle ihr Kreuz machen. Gefährlich für Merkels Koalition. Die Alternativen schweben in ihren Erwartungen an die kommende Bundestagswahl auf gefühlten 25 Prozent Zustimmung in der Bevölkerung.

Fast wie die SPD. Die kämpft mit sozialen Themen um ihre Klientel. Selbst Kanzlerkandidat Peer Steinbrück müht sich in der Rolle als Kapitalismus-Bändiger, die ihm Parteichef Sigmar Gabriel verordnet. Vorbei die Zeiten, da man glaubte, mit Steinbrück ganz neue Wählerschichten zu erschließen. Die SPD ist bescheidener geworden, besinnt sich auf ihre Stammwählerschaft, um in Umfragen nicht weiter nach unten zu rutschen in die Nähe des letzten desaströsen Wahlergebnisses von 2009. Merkel sollte dennoch gewarnt sein. In Niedersachsen gewann die SPD mit einem Wahlkampf nahe an traditionellen, sozialdemokratischen Themen nicht nur ehemalige Sympathisanten zurück, sondern auch erstaunlich viele Stimmen im Lager der Nicht-Wähler. Aus starker Defensive zum Sieg, damit haben nicht nur Fußball-Meister (manchmal) Erfolg.


Den Autor erreichen Sie unter 

Leserkommentare

Kommentieren Sie diesen Artikel

Das könnte Sie auch interessieren

Über den Autor

Gunars Reichenbachs

Redaktion Hannover

Tel.: 0511 1612315

Artikel

Meinungen

Lage am Arbeitsmarkt

Erfreulich

von Rüdiger Zu Klampen
Rüdiger Zu Klampen
Rüdiger Zu Klampen

Bundeswehr und G36

Schrott

von Alexander Will
Alexander Will
Alexander Will

Diskussion über Schweigepflicht

Kein Aktionismus

von Gaby Schneider-Schelling
Gaby Schneider-Schelling
Gaby Schneider-Schelling

Frankreichs Sozialisten

Schwäche

von Claus Gorgs
Claus Gorgs
Claus Gorgs

Griechisches Reformpaket

Zeit verspielt

von Detlef Drewes, Büro Brüssel
Detlef Drewes, Büro Brüssel
Detlef Drewes, Büro Brüssel

Tarifstreit Öffentlicher Dienst

Gute Nachrichten

von Andreas Herholz, Büro Berlin
Andreas Herholz, Büro Berlin
Andreas Herholz, Büro Berlin

Airbus-Flugkatastrophe

Sicherheit erhöhen

von Rasmus Buchsteiner, Büro Berlin
Rasmus Buchsteiner, Büro Berlin
Rasmus Buchsteiner, Büro Berlin

Interview

Thema: Peter Gauweiler
Wolfgang Bosbach, CDU-Abgeordneter

Karikatur

Politik auf NWZonline

article
8b47bd2a-a1e7-11e2-b754-6279806b61ed
Warnung
http://www.nwzonline.de/kommentare-der-redaktion/warnung_a_3,1,314016405.html
..
http://www.nwzonline.de
Meinung,
Meinung

Politik

Atomverhandlungen In Lausanne

Warten auf Godot

Lausanne In Lausanne sieht es weiter nicht nach einer Annäherung aus. Der Iran wirft den USA jetzt sogar vor, sich nicht zwischen Druck und einem auf Respekt basierenden Abkommen entscheiden zu können.

nwzonline.de