25.04.2013

Meinung
Zweifel bleiben

Organspende auf Tiefpunkt

Gaby Schneider-Schelling
 
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Gaby Schneider-Schelling

Vertrauen ist bekanntlich ein zartes Pflänzchen: Einmal zerstört – oft für immer dahin.

Vertrauensverlust wird zum Menetekel für die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO). Sachliche Aufklärung verpufft, weil immer neue Skandale immer neue Zweifel nähren. Nie war die Bereitschaft zur Organspende geringer als im ersten Quartal 2013: Trotz erschütternder Berichte über Menschen, die verzweifelt auf Spenderorgane hoffen. 12 000 sind es zur Zeit. Immer weniger erhalten Hilfe.

Eine Tragödie, deren Ende nicht abzusehen ist.

Die neuen, eher kosmetischen Reparaturen am privatrechtlichen System DSO sind jedenfalls ungeeignet, das grundsätzliche Unbehagen der Menschen zu zerstreuen. Der Apparat zur Organvergabe kontrolliert sich vorwiegend selbst. Weiterhin zu gering ist der Einfluss Unabhängiger. Damit schwindet der Glaube an wirksame Kontrolle und tatsächliche Transparenz bei Auswahl der Empfänger. Wer Kungelei und Geschäftemacherei fürchtet, legt sich keinen Organspendeausweis zu.


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