Oldenburg - Dramatischer Unfall beim Abbau des weltweit größten transportablen Riesenrades: Zwei der vier Stützen hatten sich am Montag beim hydraulischen Runterfahren selbstständig gemacht und scherten seitlich aus, eine krachte auf den Platz vor dem Rad. Verletzt wurde niemand, der Schaden ist immens. Riesenrad-Besitzer Theo Rosenzweig hat die geplante Teilnahme am Bremer Freimarkt (ab 15. Oktober) abgesagt.
Seit Sonntagabend hatten die Mitarbeiter des Unternehmens das Riesenrad demontiert. Die Kabinen, in denen zuvor tausende Kramermarkt- Besucher den Ausblick aus 60 Meter Höhe genossen hatten, Speichen und Felgen lagen zum Abtransport bereit auf dem Boden, als das Unglück gegen 14.15 Uhr passierte. „Die Stütze drehte sich ganz langsam seitlich weg, landete dann aber mit lautem Knall auf dem Pflaster“, berichtet Werner Tapken, der in seiner Mittagspause einen Abstecher zum Marktgelände gemacht hatte und Augenzeuge wurde.
„Ursache und Schadenshöhe sind uns noch nicht bekannt“, erklärte Riesenrad-Sprecher Frank Michna am Montagabend. Für diesen Dienstag kündigte er den Besuch eines Sachverständigen an. Das Unternehmen hoffe, das Riesenrad zum Weihnachtsmarkt auf dem Alexanderplatz in Berlin wieder aufbauen zu können. Zuvor wird der TÜV die Technik prüfen. Den Wert des Riesenrades bezifferte Michna auf vier Millionen Euro.
1,5 Millionen Gäste kamen zum Kramermarkt
Fotostrecke: Weitere Bilder vom Abbau-Unfall des Riesenrades
Weitere Berichte und ganz viele Fotos finden Sie in unserem Spezial
Mitarbeiter der EWE waren vor Ort, um ein 20-Kilowatt-Trafo-Häuschen abzuschalten, auf das der zweite Träger zu stürzen drohte. Das Riesenrad hatte zum ersten Mal in seiner 30-jährigen Geschichte Station auf dem Kramermarkt gemacht. Der äußerlich sehr gefasst wirkende Besitzer des Unternehmens, Theo Rosenzweig, war mit dem geschäftlichen Erfolg in Oldenburg sehr zufrieden.
Schausteller-Vorsitzender Michael Hempen bedauerte den Unfall sehr. Gleichzeitig war er erleichtert, dass niemand verletzt worden ist.
- „Am ersten Wochenende sind wir mit der Kühlung der Bierfässer kaum hinterher gekommen. Und jetzt haben wir Glühweinwetter“, schimpft Schausteller-Sprecher Helmut Mondorf. Regen und der Temperatureinbruch verhageln ihm die Bilanz.mehr
- So schnell geht das: Schon über die Hälfte der fünften Oldenburger Jahreszeit ist um, mit diesem Donnerstag bleiben noch ganze vier Tage, um auf dem Kramermarkt ordentlich zu feiern. Und gerade an diesem Donnerstag gibt es dafür gute Gründe: Zum Familientag gibt’s bei den Schaustellern Rabatte von 20 bis 30 Prozent, kündigt Schausteller-Sprecher Helmut Mondorf an: „Und da machen alle mit.mehr
- Mit Schwung hinein in den zweiten Teil der Kramermarkt-Zeit: Mit dem Familientag an diesem Donnerstag, bei dem viele Fahrgeschäfte und andere Betriebe günstige Preise anbieten, strebt das große Volksfest einem weiteren Höhepunkt entgegen.mehr
-
Eine Bilanz des ersten Kramermarkt-Wochenendes zieht Schausteller-Sprecher Helmut Mondorf.
FRAGE: Herr Mondorf, der Alt-Weiber-Sommer hat ja auch wohl auch die Schausteller strahlen lassen?
MONDORF: Ja, besser hätte der Auftakt nicht sein können.mehr
- 140 Wagen, Fuß und Musikgruppen, 2,5 Kilometer Länge, über drei Stunden Dauer: Es ist möglicherweise der größte Kramermarkt-Umzug überhaupt gewesen, der sich am vergangenen Sonnabend durch die City wälzte.mehr



