EDEWECHTERDAMM, 23. September 2010


Der Fotograf mit dem Kaiser-Bart

KÜstenkanal Hans Sternath fotografierte seine Heimat


JUN

Edewechterdamm - Der Mann mit dem Bart, wie ihn der Kaiser Franz-Joseph von Österreich trug, war bekannt wie ein „bunter Hund“. Hans Sternath hat hunderte Aufnahmen mit seiner Holzkamera gemacht und damit einzigartige Dokumente vom Bau des Küstenkanals, aber auch vom Leben der Menschen in der Region entlang des Küstenkanals überliefert.

Wer war dieser Hans Sternath, der 1889 in Klagenfurt, im damaligen Kaiserreich Österreich-Ungarn zur Welt kam? Er war ein Weltenbummler, denn auf der Suche nach Arbeit und seiner Zukunft verließt er den Kärntner Bergbauernhof der Eltern und kam nach dem Studium in Süddeutschland ins Land Oldenburg.

Dort lernte er den Beruf des Baumschulgärtners, aber seine Leidenschaft war das Fotografieren. „Schon als neunjähriger Junge hatte mein Großvater eine Kamera. Er hatte Talent, obwohl er nie eine Fotografenausbildung absolviert hat“, weiß Rolf Sternath, der den Nachlass seines Großvaters verwaltet.

Es sind hundert Glasplatten, auf denen die Geschichte des Küstenkanals, aber auch der harte Alltag der Menschen in den damaligen Moorkolonaten rund um Edewechterdamm, die der Staat Oldenburg für wenig Geld an fleißige Siedler vergeben hatte. Sie halfen auch mit, als bis 1893 der Hunte-Ems-Kanal gebaut wurde, der in weiten Teilen auf der Strecke des heutigen Küstenkanals verlief.

Das harte Leben in der Mooreinsamkeit, die Torfkähne, die mühsam vorwärts getreidelt wurden, erste primitive Maschinen, die das Leben leichter machten und dann ab 1922 der Baubeginn des heutigen Küstenkanals – alles das sind die Motive, die der Fotograf Hans Sternath, der 1976 in seiner neuen Heimat Edewechterdamm starb, für die Ewigkeit festgehalten hat.

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Sein Enkel Rolf hat jetzt begonnen, den Nachlass zu sichern und zu sichten und die Bilder digital zu übertragen „Es ist viel Arbeit, aber ich freue mich, dass so die Arbeit meines Großvaters so viele Jahre nach seinem Tod gewürdigt wird“, sagt Rolf Sternath. Die nächsten Monate wird er damit zu tun haben. Eine Ausstellung der Fotos wäre sein Traum.






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