Kino:
Ein Zwerg gegen Hollywood

Kopf-an-Kopf-Rennen beim Deutschen Filmpreis – Am Freitag Gala in Berlin

„Oh Boy“, der 2012 den Oldenburger Filmfestpreis gewann, und „Cloud Atlas“ gelten als Favoriten. Damit steht, was Kosten und Aufwand betrifft, Klein gegen Groß.

Berlin/Oldenburg Ein bescheidenes, schwarz-weißes Kinodebüt gegen den mit Hollywood-Unterstützung gedrehten teuersten deutschen Film: Die Favoriten für den Deutschen Filmpreis, der an diesem Freitag in Berlin zum 63. Mal verliehen wird, könnten nicht unterschiedlicher sein. Der Regie-Neuling Jan Ole Gerster tritt mit seinem charmanten Berlin-Film „Oh Boy“ gegen den erfahrenen Filmemacher Tom Tykwer und sein Mammutprojekt „Cloud Atlas“ an. Ein Zwerg trifft auf einen Riesen.

Tykwers gemeinsam mit den US-Regisseuren Lana und Andy Wachowski realisiertes, 100 Millionen Dollar teures Reinkarnations-Drama geht mit neun Nominierungen an den Start. Gersters Lowbudgetfilm „Oh Boy“ mit Tom Schilling als melancholischem Studienabbrecher ist ihm mit acht Nominierungen auf den Fersen. Oldenburgs Festivalleiter Torsten Neumann: „Wir wussten vom ersten Augenblick an, was für ein Potenzial dieser Film hat.“

Lieblinge übersehen

Chancen auf die begehrte Lola-Trophäe könnte mit sechs Nominierungen allerdings auch Margarethe von Trottas Filmbiografie „Hannah Arendt“ haben, die bereits mehr als 400 000 Kinogänger sahen. Insgesamt sechs Filme bewerben sich um den Hauptpreis für den besten Spielfilm: Neben „Cloud Atlas“, „Oh Boy“ und „Hannah Arendt“ ist auch Oskar Roehlers „Quellen des Lebens“ nominiert. Weitere Nominierte sind Julian Roman Pölslers „Die Wand“ mit Martina Gedeck und Cate Shortlands „Lore“ mit Saskia Rosendahl als Nazi-Tochter.

Die Publikumslieblinge Matthias Schweighöfer („Schlussmacher“) und Til Schweiger („Schutzengel“) sind wieder nicht in der Endauswahl. Über die Nominierungen und die Gewinner der Filmpreise entscheiden die 1400 Mitglieder der Deutschen Filmakademie – Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Kostümbildner und Filmkomponisten. Die knapp drei Millionen Euro Preisgelder steuert Kulturstaatsminister Bernd Neumann bei.

Noch zittern

Ein Gewinner steht bereits fest: Der Regisseur Werner Herzog (70, „Aguirre, der Zorn Gottes“, „Fitzcarraldo“) wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Zittern müssen dagegen noch die Nominierten in den Kategorien von bester Darsteller bis beste Kamera.

„Oh Boy“-Titelheld Schilling ist in der Kategorie Bester Schauspieler gemeinsam mit Sabin Tambrea („Ludwig II.“) und Edin Hasanovic („Schuld sind immer die anderen“) im Rennen. Zwei weitere „Oh Boy“-Schauspieler sind als Nebendarsteller nominiert: Friederike Kempter und Michael Gwisdek.

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25.04.2013
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