NWZonline {{SHARING.setTitle("„Grüße aus Fukushima“")}}

Filmstart Zum Jahrestag:
„Grüße aus Fukushima“

Bonn Marie misslingt so ziemlich alles, seitdem sie ihre Hochzeit in den Sand gesetzt hat. Sogar der Selbstmord. Selten hat man eine Protagonistin gesehen, die auf so unverstellte Art ungeschickt ist – jedenfalls in einem Film, der keine Komödie sein will. Als die kreuzunglückliche Marie vor ihrem Leid in die atomar verstrahlte Gegend von Fukushima flüchtet, um dort als „Clown ohne Grenzen“ die Überlebenden des Super-GAU aufzuheitern, wird das als ein einziges Desaster gezeigt. Über Maries Auftritt lacht niemand aus der Senioren-Gruppe, die in dem improvisierten Containerdorf an der Grenze zur kontaminierten Zone haust. Auch ihr Hula-Hoop-Training findet tags darauf wenig Zuspruch, woraufhin Marie den Dienst quittiert.

Peinvoll offen zeigt Doris Dörrie in „Grüße aus Fukushima“ (ab 10. März im Kino) Maries Schwierigkeiten, gibt ihre Figur dabei aber nie dem Gespött preis. Sensibilität und Witz prägen das Buch wie auch den am Originalschauplatz gedrehten Film. Ähnlich authentisch vermitteln sich die hohen sprachlichen und kulturellen Barrieren - in aller Unbeholfen- und Fremdheit, die damit einhergehen, aber auch in der Menschlichkeit, die diese zumindest ein kleines Stück weit überwinden können. Am schönsten zu sehen und zu hören ist das in der Nacht, in der sich Marie, völlig verstört durch ein kleineres Erdbeben, zusammen mit einem japanischen Mönch betrinkt.

Die eigentliche zwischenmenschliche Annäherung aber beginnt, als Marie eine der Bewohnerinnen zu ihrem zerstörten Haus in der Zone chauffiert. Um nichts in der Welt will die alte Satomi zurück in die graue Container-Siedlung. Statt abzureisen beschließt Marie kurzerhand, Satomi beim Wiederaufbau ihres Heims zu helfen. Das heruntergekommene Haus ist ein Sinnbild für die Seele, der Wind zieht ungehindert hindurch. Und zwar durch die Seelen beider Frauen, denn auch die zierliche Satomi trägt schwer an ihrer Vergangenheit.

Die einstige Geisha macht es Marie mit ihrer brüsken, strengen Art nicht eben einfach und gibt der großgewachsenen Deutschen deutlich zu verstehen, dass sie sie für einen tölpelhaften Elefanten hält. Aber sie zeigt ihr auch, was Anmut und Bei-sich-Sein sind, indem sie Marie in die Feinheiten der Teezeremonie einführt – was einer Einführung in die Meditation gleich kommt.

Sehr langsam finden die beiden eine Beziehung zueinander, vor allem über die Gespenster, die beide Frauen quälen. Diese Geister sind hier ganz real; sie stehen nachts schemenhaft ums Haus herum. Einer von ihnen, Satomis letzte Geisha-Schülerin, sitzt auf einem Baum und singt. Sie fügen sich stimmig in die Geschichte und die gespenstische Landschaft ein, die bis auf Abertausende schwarze Plastiksäcke voller verstrahlter Erde gänzlich verlassen daliegt.

In dazu passenden Schwarz-Weiß-Bildern, die zugleich die Muster der japanischen Kimonos und Stoffe fantastisch zur Geltung bringen, fängt Kameramann Hanno Lentz, der auch Doris Dörries „Kirschblüten – Hanami“ fotografierte, diese Geistergeschichte ein. Ohnehin trägt die auf jeglichen Schnickschnack verzichtende Bildsprache diesen im besten Sinne kleinen, bei aller Professionalität leicht und fast improvisiert wirkenden Film.

Rosalie Thomass und Kaori Momoi spielen die gegensätzlichen Frauenfiguren anrührend, authentisch und ganz ohne Verschwesterungspathos. Gegen Ende fängt Satomi Maries missglückten Clown-Auftritt in wortloser Freundschaftsgeste im wahren Sinne des Wortes ein. Und Marie deutet, ebenfalls ohne Worte, ihre Zuneigung an, wenn sie an den Baum der geisterhaften Geisha-Schülerin Hand anlegt. Eine liebevoll und poetisch erzählte, universell gültige Geschichte über das Leben und das Abschiednehmen. Beides, so lernt man, muss eingeübt werden, so wie das Tee servieren.

Bürgerfelde
Bild zur News: Tage der Oldenburger Jugendherberge sind gezählt

Stadtentwicklung
Tage der Oldenburger Jugendherberge sind gezählt

Eine Sanierung des Gebäudes an der Alexanderstraße wäre zu teuer. An der Straßburger Straße entsteht deshalb ein Neubau.

Oldenburg/Oslo
Bild zur News: Zeichen für die mutigen Friedensstifter

Kommentar Zu Friedensnobelpreis
Zeichen für die mutigen Friedensstifter

Das Ende dieses blutigen und brutalen Bürgerkriegs in Kolumbien ist alles andere als ein Selbstläufer. Dass Präsident Juan Manuel Santos jetzt den Friedensnobelpreis erhielt, sollte all jenen Mut geben, die versuchen, Frieden zu stiften, findet NWZ-Politikredakteurin Stefanie Dosch.

Oldenburg
Bild zur News: Mehrere Fahrzeuge auf Huntebrücke beschädigt

Anhängerdach Verloren
Mehrere Fahrzeuge auf Huntebrücke beschädigt

Das Metalldach war laut Polizei nicht richtig gesichert, löste sich auf der Brücke und beschädigte mehrere nachfolgende Fahrzeuge. Die vorläufige Schadenssumme beläuft sich auf rund 20.000 Euro.

Oldenburg
Bild zur News: 30 Minuten Albtraum im Kellerlabyrinth

Nwz öffnet Türen
30 Minuten Albtraum im Kellerlabyrinth

In totaler Dunkelheit durch unbekanntes Terrain? Schwer bepackt in extremer Hitze? Ruhe bewahren, wenn Sirenen heulen und Menschen schreien? Für die Kräfte der Oldenburger Feuerwehren nur ein weiterer Tag bei der Arbeit.

Streek
Bild zur News: Filialen  schließen im Januar

Aldi-Markt In Streek
Filialen schließen im Januar

Die bisherigen Filialen sollen im Markt auf der Schützenwiese zusammengelegt werden. Kündigungen soll es nicht geben.

Oldenburg
Bild zur News: Lost im Geschenke-Dschungel

Tussiblog Bonny & Claudia
Lost im Geschenke-Dschungel

Das erste Weihnachten mit Mirko steht an! Geschenketechnisch ist das für ein Pärchen eine knifflige Angelegenheit, findet Claudia. Eine „Totenkopfschale“ für ihren Freund? Ein Kissen in Form einer Schinkenkeule? Ein „Wüsten von oben“-Bildband? Alles furchtbar! Und was Mirko ihr wohl schenkt...?

Brake/Berlin
Bild zur News: Null Interesse an Braker Bahnhof bei Versteigerung

Kein Bieter Gefunden
Null Interesse an Braker Bahnhof bei Versteigerung

Der Bahnhof stand Freitagnachmittag bei einem Mindestgebot von 98.000 Euro in Berlin zur Versteigerung an. Dem Werben des Auktionators erlag allerdings keiner der rund 150 potenziellen Käufer.

Wildeshausen
Bild zur News: „Hallo Niedersachsen“ berichtet über den Fall Shahidi

Wildeshauser Ex-Bürgermeister
„Hallo Niedersachsen“ berichtet über den Fall Shahidi

Thema des NDR-Regionalmagazins sind üppige Sofortpensionen für ehemalige Bürgermeister. Dr. Kian Shahidi erhält seit seinem 46. Lebensjahr ein Ruhegehalt.

Oldenburg
Bild zur News: Gina Solera – So lebt es sich als  Oldenburger Dragqueen

Nwzplay-Serie „kurzgeschnackt“
Gina Solera – So lebt es sich als Oldenburger Dragqueen

Seit seinem Amtsantritt im September besucht NWZ-Chefredakteur Lars Reckermann Menschen in der Region. In der neuen Folge stellt sich Draqueen Gina Solera vor und plaudert aus dem Nähkästchen. Die Themenvielfalt reicht von Schminktipps bis zum Rotlichtviertel.