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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Sprechblasen für eine Sprachlose

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Comic über Nazi-Zeit:
Sprechblasen für eine Sprachlose

Berlin „Nein!“ Das letzte Glas Eingemachtes fällt vom Schrank. „Krach!“ Rot spritzt der Inhalt heraus. „So ein Unglück!“

Wie eine Filmregisseurin schneidet Comic-Autorin Barbara Yelin eine Szene in einzelne Bilder auseinander, zoomt mit Farbe und Schraffur heran, fährt wieder zurück, vom Detail in die Totale: Hier ihre Titelheldin Irmina, die forsch auf den Stuhl klettert, um nach dem Glas zu hangeln, unten am Küchentisch ihre verstörte Freundin Gerda, die mit aufgerissenen Augen berichtet, sie habe gehört, „dass die jetzt alle nach Osten kommen, dort bringen sie sie um...“. Die Antwort folgt auf der nächsten Seite in einer offenen Sprechblase: „Was gehen uns die Juden an!“

Von Großmutter inspiriert

Barbara Yelin, 1977 in München geboren, schildert in ihrer packenden Graphic Novel „Irmina“ nicht nur ein Frauenschicksal in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie zeigt auch, dass das wortlose Wegschauen vieler Deutscher Hitlers menschenverachtendes System stabilisierte – und sie mitschuldig werden ließ. Eine besonders schmerzhafte Erkenntnis für die Autorin, denn zu ihrem Comic-Roman hatte sie die Geschichte ihrer Großmutter inspiriert.

Ihre Titelheldin ist eine selbstbewusste, ehrgeizige junge Deutsche, die Mitte der 30er Jahre nach London reist, um eine Ausbildung als Fremdsprachensekretärin zu absolvieren. Dort verliebt sie sich in den Oxford-Studenten Howard. Dass er dunkelhäutig ist und aus der Karibik stammt, stört sie nicht.

Rassistisch ist Irmina nicht, aber auch nicht sehr sympathisch. Stets ist sie auf ihr eigenes Wohl und Fortkommen bedacht. Die Nöte und Probleme anderer – etwa Howards Examensängste – sind nie die ihren, beunruhigende Nachrichten aus Deutschland, wo Hitler auf dem Weg an die Macht ist, haben nichts mit ihr zu tun. Aber als ihr das Geld ausgeht, muss sie zurück nach Hause – mit dem festen Vorsatz, so schnell wie möglich wiederzukommen.

Die Figur von Barbara Yelin (Bild oben) sieht Synagogen und jüdische Geschäfte brennen (links) – und schaut weg wie viele andere Deutsche.

Comic-Roman über Bremer Giftmischerin

„Irmina“ ist bei Reprodukt erschienen (288 Seiten, farbig, 39 Euro). Das Nachwort schrieb der Historiker Alexander Korb.

Der Berliner Verlag hat auch die Graphic Novel „Gift“ von Barbara Yelin und Peer Meter (Autor) über den historischen Bremer Kriminalfall um Gesche Gottfried herausgegeben (200 Seiten, schwarz-weiß, 24 Euro).

„Riekes Notizen“ heißt der tägliche Comicstrip, den die Münchnerin 2011/12 für die Frankfurter Rundschau zeichnete.

Der Leser ahnt es schon: Daraus wird nichts. Irmina heiratet einen Architekten, bekommt ein Kind, akzeptiert die politischen Umstände, stellt nie infrage, dass Synagogen brennen, jüdische Geschäfte geplündert und Menschen abgeholt werden. Auch als sie mit ihrem Sohn vor den Bomben aus Berlin flieht und Tote die Straßen säumen, bleibt sie sich treu: „Mach es wie ich, Frieder, nicht hinsehen.“

Irmina ist keine Unterdrückte, auch keine Täterin, aber sie nimmt Privilegien an, stimmt zu, weil sie nicht abwehrt, und sie ist blind für das Offensichtliche. Als ein jüdisches Kaufhaus brennt, geht sie eben zu Hertie.

Entlarvende Bilder

Bekannt wurde Barbara Yelin mit der Graphic Novel „Gift“ über die Bremer Giftmischerin Gesche Gottfried. Anders als in „Gift“ hat sie beim Zeichnen von „Irmina“ nicht auf Schwarz-weiß-Kontraste gesetzt, sondern sich einer Mischtechnik bedient – mit Bleistift, Buntstift und wässrigem Deckweiß. Die Einzelbilder (Panels) – erst noch offen, mit zunehmender Bedrohung immer enger werdend – sind skizzenhaft, expressiv, mitunter wie hingewischt.

Mit „Irmina“ erweist sich Barbara Yelin als meisterhafte Erzählerin, die gekonnt das entlarvende, überraschende Bild einsetzt. Im Café etwa wird Irmina von den Tabakrauchschwaden der Nazis und des verliebten Architekten, ebenfalls bei der SS, wie von wabernden Fäden allmählich umschlungen.

Ein trauriges Bild beherrscht die letzte Seite: Als die gealterte Irmina allein von einer Karibikreise heimkehrt, hat sie ihre Pumps gegen Flipflops eingetauscht. Nur wegen der Fußkrämpfe, versteht sich. „Schlapp, Schlapp.“

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