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Premiere Im Staatstheater Oldenburg:
Darum ist Schirachs „Terror“ das Stück der Saison

Oldenburg Das ist kein Stück, sondern ein Ereignis. Schon als Buch liest sich das erste Schauspiel von Bestsellerautor Ferdinand von Schirach wie ein spannender Krimi. Folgerichtig war das Große Haus des Oldenburgischen Staatstheaters am Sonnabend bei der Premiere von „Terror“ bis hin zu den Stehplätzen prall gefüllt.

Der Beifall nach zweieinviertel Stunden war mächtig – und wirkte irgendwie nachdenklich. Vielleicht lag es daran, dass man noch Minuten zuvor über eine knifflige Frage abgestimmt hatte: Ist ein Bundeswehrpilot des Mordes schuldig, der eigenmächtig ein von einem Terroristen gekapertes Passagierflugzeug abschießt, weil es in ein voll besetztes Fußballstadion gelenkt werden soll? Zählen 70 000 Menschen mehr als 164 Unschuldige? Gilt das gesetzliche Prinzip oder der gesunde Menschenverstand?

„Guten Tag“, sagt Matthias Kleinert jovial ins Publikum. Ein Justizwachtmeister hatte es gerade brav aufstehen lassen. Kleinert erklärt die Zuschauer zu Laienrichtern. Er spielt den Vorsitzenden Richter, gibt sich souverän, eher als Moderator. Hinter ihm öffnet sich ein wunderbares Bühnenbild von Dirk Becker: Treppenstufen, ebenso Rot wie die Sitze im Saal, führen seitlich auf die Bühne. Im Halbrund stehen in Richtung Publikum schöne Pulte für Richter, Verteidigung und Staatsanwältin. Bühne und Zuschauerraum fließen formschön ineinander über.

Wir sind als Schöffen Teil des Stücks. Wir hören von dem ungeheuerlichen Vorfall. Lauschen den Zeugen (Klaas Schramm und Christina Kühnreich), der engagierten Staatsanwältin, (Franziska Werner), die den angeklagten Kampfpiloten (Yassin Trabelsi) verurteilt sehen möchte, den Leander Lichti robust verteidigt.

Die Schauspieler lassen das Gerichtsdrama authentisch wirken. Klassische, schwarze Roben meidet man, dadurch wird dem Verfahren etwas Strenge genommen und Familiäres gegeben. Bis auf die Uniform des Soldaten ist die Kleidung zivil und farblich aufeinander abgestimmt.

Die Verhandlung selbst ist nur selten dramatisch hart wie in amerikanischen Gerichtsfilmen. Die eigentliche Dramatik entsteht durch die Schilderung und als eine Art Kino in unserem Kopf: Die letzten Minuten der todgeweihten Passagiere im Airbus A 320. Die Vertracktheit der Situation. Der Pilot des Eurofighters in seinem Gewissenskonflikt. Die trauernde Frau, die ihren Mann verlor und nur noch einen linken Schuh von ihm findet. Der Soldat Lars Koch aus Wittmund, der auf Befehl gedrillt wurde, und doch nicht gehorcht. Held oder Mörder?

Das Stück ist so genial angelegt, dass es kaum Regie braucht. Peter Hailer tut gut daran, nicht am Dramengerüst zu rütteln. Meist reden die Figuren, unterstützt von sparsamer Gestik, ohnehin wie fest in den Boden geschraubt.

Und die Abstimmung? Im Grunde macht das Stück uns den Prozess. In Oldenburg – das Stück läuft bereits in 15 Städten – wird bei hellstem Saallicht per Handzeichen abgestimmt. Helfer in Justizuniform zählen. In der Premiere ist das Ergebnis ziemlich deutlich: 229 stimmten für schuldig, 279 für unschuldig. Entsprechend fällt die Begründung des Richters aus: Schirach hat für alle Fälle zwei Enden geschrieben.

Das Stück der Saison. Hoffentlich bleibt das Drama Erfindung, liefert die Wirklichkeit niemals das Material für einen solchen Prozess.

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