MALEREI:
Buß setzt Dangast unter Wasser

Humorvolle und idyllische Bilder bilden den Schwerpunkt des Künstlers

DER JADERBERGER SPIELT GERN MIT DER PERSPEKTIVE. SEINE WERKE SIND DURCH VIEL LIEBE ZUM DETAIL GEPRÄGT.

JADERBERG Wer an Wochenenden am Dangaster Kurhaus spazieren geht, kennt ihn. Sonnabends und sonntags verkauft Werner Buß dort Drucke seiner großformatigen Werke und kleine Originale.

„Was ich anbiete, ist Kunst zum Mitnehmen. Meine Kunden sind nicht dieselben Leute, die mit dickem Portemonnaie in eine Galerie ’reingehen.“ Wer tatsächlich mit dem Gedanken spielt, eins der großen Originale von Werner Buß zu kaufen, den empfängt er gern in seinem Atelier, Kastanienallee 9, in Jaderberg. Hier, in dem ehemaligen Bauernhof lebt und arbeitet der 60-jährige Familienvater.

Freude an Musik

Seine Liebe zur Malerei entdeckte Werner Buß schon früh. Zunächst kam aber seine zweite große Leidenschaft zum Tragen: Er studierte Musik und gab lange Zeit Gitarrenunterricht. Erst später vertiefte er seine Kenntnisse über die Malerei in einem Kunststudium.

Das Reich der Fantasie

„Künstler, die aus dem Reich der Fantasie gemalt haben, gab es schon immer“, sagt Werner Buß. Deshalb sind seine Vorbilder nicht nur die modernen Surrealisten wie Andre Breton oder Salvador Dalí. Auch Werke des Niederländers Hieronymus Bosch, die vor rund 500 Jahren entstanden sind, inspirieren den Jaderberger.

Auch wenn Werner Buß einen alles verschlingenden Strudel gemalt hat und in einem Bild die Dangaster Kurpromenade unter Wasser setzt, seine Werke sollen keine Endzeitstimmung verbreiten. „Es ist meine Freude an großen Naturkräften, die ich auf humorvolle Weise umsetzen will.“ So zauberte der Künstler auch schon Atlantikwellen in den Jadebusen.

Werner Buß mag das Spiel mit der Perspektive. In viele seiner Landschaftsbilder baut er eine zweite Landschaft ein. Dabei bestimmt er Fluchtpunkt und Horizont neu.

Urlaubsgäste als Kunden

Außer den surrealistischen Werken malt Buß auch idealisierte, idyllische Landschaften. Seltener wagt er sich an experimentelle, technische Etüden, um sie in seine Arbeit mit Öl beziehungsweise Acryl einfließen zu lassen.

Was nur in wenigen seiner Bilder fehlt, ist das alte Dangaster Kurhaus. „Das Ensemble mit der Steilküste und dem alten Baumbestand ist etwas Besonderes in unserer Gegend“, sagt der Künstler.

In Dangast am Kurhaus trifft Werner Buß auch seine Kunden. Oft seien es Urlaubsgäste, die Gefallen an seiner „Kunst zum Mitnehmen“ finden, sagt Buß. „Man erkennt schon am Dialekt, wo gerade Ferien sind.“

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Jan Lehmann


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Buß setzt Dangast unter Wasser
DER JADERBERGER SPIELT GERN MIT DER PERSPEKTIVE. SEINE WERKE SIND DURCH VIEL LIEBE ZUM DETAIL GEPRÄGT.
http://www.nwzonline.de/kultur/weser-ems/buss-setzt-dangast-unter-wasser_a_1,0,3247301343.html
25.11.2009
http://www.nwzonline.de/rf/image_online/NWZ_CMS/NWZ/Altdaten/2009/11/25/REGION/1/Bilder/_heprod_images_fotos_1_19_13_20091125_dsc_3972_c8_2167913.jpg
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