Frivole Wärme im Nieselregen
Theater Spiegelzelt-Premiere der neuen Erotik-Revue „In der Bar zum Krokodil“
Bardamen und ihre Gäste (von links): Franziska Vondrlik, Tim Yalcin, Uwe Bergeest, Annie Heger und Uwe Nottelmann loteten mit Wein, Weib und Gesang die Höhen und Tiefen der Liebe in der „Bar zum Krokodil“ aus. BILD: Piet Meyer 
von Klaus Fricke
Oldenburg - Die glitzernde Disco-Kugel dreht sich hektisch im Kreis. Das Dach flattert mächtig im Wind, und die Damen im dünnen Fummel wehren sich mit autogenem Training gegen die ersten Kälteschauer. Kultursommer, wegen des Wetters wohl besser „Kulturherbst“ im Spiegelzelt ist eben etwas ganz Spezielles – und darum wohl auch etwas ganz besonders Schönes. Die Premiere der nunmehr vierten Variation der Erotik-Revue „In der Bar zum Krokodil“ jedenfalls war trotz aller Störeinflüsse von außen eine rundum gelungene Sache. Rauschender Applaus im voll besetzten Spiegelzelt war den Akteuren des Theater K darum gewiss.
Die heitere Sammlung erotischer, frivoler und fröhlich-ironischer Texte und Gesänge machte es leicht, Nieselregen und Sturm zu vergessen und sich statt dessen den wohligen Gedanken an eine – wie auch immer geartete – Zweisamkeit hinzugeben. Wenn es warm ums Herz werden soll, braucht man nicht notwendigerweise eine Wolldecke. Die diskrete Dominanz von Franziska Vondrlik oder die kokette Spritzigkeit von Annie Heger reichen da schon. Der gelackte Charme von Uwe Bergeest, die überschäumende Begeisterung für alles Weibliche von Tim Yalcin und die unergründliche Zweideutigkeit von Uwe Nottelmann machen die „Bar zum Krokodil“ dann endgültig zum Ort für erwärmend kuscheliges Miteinander.
Die pianistische Begleitung von Lasse Dinter sei hier aber nicht vergessen. Erst seine Klaviertöne geben manchen Couplets den rechten Halt und die richtige Betonung.
Das Erfolgsrezept der „Bar zum Krokodil“ (Namenspate ist ein Lied der Comedian Harmonists, das zum Schluss auch, mit Publikumsunterstützung, in aller Schönheit gesungen wird) hat sich auch in der vierten veränderten Auflage bewährt. Die Mischung aus Witz und Wallung, Spiel und Spott, die Regisseur Mark Spitzauer vor einigen Jahren für das Theater K „erfunden“ hatte und diesmal von Markus Weiß inszeniert wurde, ist nie langweilig – dank eines flotten Drehbuchs, vor allem aber dank hervorragender Schauspieler. Ob im Ensemble oder als Solist: Das Quintett an der Bar, weiß wie man ganz unaufgeregt und trotzdem anregend über Erotik redet.
Weitere Vorstellungen: 26. und 27. Juli jeweils 20 Uhr, 28. Juli 20 und 22.30 Uhr.
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