OLDENBURG, 25. Juli 2011


Sechs Wochen Zeit für neue Kunst im Bahnhofsviertel

Installation Gäste aus drei Nationen erleben ein Sanierungsquartier – und machen sich ihre Gedanken


Bild

Interesse: Iris Jousma (Zweite von rechts) erklärte den Besuchern ihre „Graskunst“. BILD: Oliver Bloch  Bild vergrößern

von Oliver Bloch

Oldenburg - Die Gardine flatterte im Wind wie ein überdimensionales Segel. Karen Rann hatte Mühe, sie zu bändigen, obwohl sie das 30 Meter lange weiße Stoffstück zwischen Wasserturm und Hafenmauer eingespannt hatte. Was aber hat eine Gardine überhaupt im Bahnhofsviertel verloren? „Sie ist doch kitschig-schön“, antwortete die englische Künstlerin. „Sie passt zu einer ehemaligen Residenzstadt, aber eben nicht in dieses Viertel.“

Gemeinsam mit drei anderen Künstlern aus Nordeuropa hat Rann sechs Wochen zwischen Bahnhof und Stau verbracht und sich mit der geplanten Umgestaltung auseinandergesetzt. Alle vier Gäste kannten Oldenburg zuvor nicht.

Heraus kamen völlig verschiedene Installationen, die am Wochenende beim „Sommer im Quartier“ der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Da es sich jedoch eher um gefühlte Herbsttage handelte, kamen nur wenige Besucher, um sich die Aktionskunst anzuschauen.

Mit dem Sturm haderte am Sonnabend nicht nur die Engländerin Rann, sondern ebenfalls ihr schwedischer Kollege Patrik Aarnivaara. Die Hälfte seines Panoramas stürzte ein, was äußerst schade um die originelle Idee war.

Will Schrimshaw aus Newcastle scherzte derweil: „Sexshops befinden sich neben Ämtern, das hat doch was“, meinte der Engländer, der seine Eindrücke in eine Klanginstallation münden ließ. Die Vierte war die Niederländerin Iris Jousma. Sie kombinierte in ihrem Atelier altes Fundholz mit frischem Gras, um das Alte und das Neue des Viertels („Hier passiert zwar viel, aber man sieht es nicht oft“) gegenüberzustellen.

ANZEIGE






WEITERE ARTIKEL AUS DIESEM RESSORT
Bühne wieder auf dem Schlossplatz

10.05.2012 - Mit einem geänderten Konzept startet der Kultursommer an seinem angestammten Platz. „Wir kehren zurück ins Wohnzimmer der Stadt“, umschrieb Bernt Wach, Geschäftsführer der Kulturetage, am Mittwoch bei der Programmvorstellung den Umzug vom Prinzenpalais zum neu gestalteten Schlossplatz.mehr

Kurzer Kultursommer kein Tabu

30.07.2011 - „Der Hafentag!“ Für Bernt Wach fällt die Wahl leicht, fragt man ihn nach seinem schönsten Erlebnis im Kultursommer 2011. Als ausgebildeter Kapitän zur See war von dem Leiter der Kulturetage und damit auch des Festivals von ihm kaum eine andere Antwort zu erwarten, höchstens noch der Zusatz: „Im Grunde war alles ganz prima, mal abgesehen vom Wetter.mehr

Der letzte Tango vom Schlosshof

29.07.2011 - Kaum ist er angefangen, kaum hat man sich an das regelmäßige Ausgehen gewöhnt, da ist auch schon wieder alles vorüber: Der Kultursommer endet am Sonntag, mit dreieinhalb Wochen war er so kurz wie noch nie.mehr

Anzeige
Umfrage

Welche Chancen räumen Sie der deutschen Elf bei der Fußball-EM ein?




Bitte übertragen Sie die Zeichen in das Textfeld! Captcha
Marktplatz
Regional
Immobilien
Automarkt
Flohmarkt

Jobs
NWZ-Wetter
24 °C
10 °C
Details/Prognose Wetterwarnung Regenradar
 
RSS-Dienste RSS-Dienste | RSS-Dienste Webcams | Mobil | Kontakt | Impressum | Login
AktuellesAus der RegionKundenserviceMarktplatzRat und Tat