Entspannte Atmosphäre lässt Tageshektik vergessen
Kultursommer Ii Lauten- und Gambenmusik im ehemaligen Landtag – Ausverkaufter Saal
Oldenburg - „Music for a while“ erklingt – und sofort wird das Publikum in den Bann der warmen Stimme der Sopranistin Dorothee Mields gezogen. Ein Gefühl von Entspannung durchzieht den Raum. „Lassen Sie die Tageshektik von sich abfallen und sich zu einer kleinen Abendmusik, zu ‚Musik für ein Stündchen‘ einladen, wie es das erste Lied vorausnimmt“, leitet Lautist Lee Santana in das Konzert „Klassik im Kultursommer“ ein. Dies sollte am Donnerstagabend im ausverkauften Saal des ehemaligen Landtags auch geschehen – mit altenglischer Musik der Renaissance, die sich voller Melancholie und Traurigkeit, aber auch voll Zuversicht präsentiert.
Leben und Tod zu thematisieren liegt hierbei nicht fern. Da interpretierte Hille Perl mit ihrer Viola da Gamba ein farbiges Bild von „Life“ und „Death“ komponiert von Tobias Hume. Facettenreich und mit filigraner Feinarbeit umspielte sie die verschiedensten Elemente zwischen den Ebenen, wie Liebe, Trauer und Hoffnung. John Dowland dagegen zeigt in seinen Kompositionen Weltschmerz und Hoffnungslosigkeit, was Lee Santana in der „In Nomine Fantatsia“ für Laute solo detailliert wiedergibt. Es herrscht gebannte Stille im Saal, um der Laute durch die Chromatik und den Kontrapunkt zu folgen.
Die metaphysische Ebene erreichte das Ensemble im zweiten Teil des Konzertabends. Bei Themen wie Religion und Gott, die John Jenkins oder John Wilson in ihren Werken kommunizierten, blieb der melancholische Charakter erhalten. Die Viola da Gamba von Hille Perl behielt dabei ihren dichten Klangteppich bei, der durch die neckisch perlende Laute aufgelockert wurde – darüber legte sich das klare, warme Timbre der Sopranistin Dorothee Mields.
Besondere Freude machte auch das „Prelude and Divisions upon a Ground in e“ von Christopher Simpson, in dem Perl und Santana gemeinsam musizierten. Neckisch und virtuos zeigten sie sich in harmonischem Zusammenspiel, die Laute ging zwar teilweise etwas unter, dem Charakter des Stückes nahm dies jedoch keinen Abbruch.
Nach Purcells „Evening Hymn“, der den Schluss des Konzertes einläuten sollte, spielte das Trio als Zugabe „Clear or cloudy“, mal ein fröhliches Stück von Dowland, „was das momentane Sommerwetter trefflich widerspiegelt“, so Mields. Das Ensemble erntete reichlich Applaus für eine äußerst gelungene Reise durch die Renaissance.
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