OLDENBURG, 30. Juli 2011


Kurzer Kultursommer kein Tabu

Bilanz Festival endet am Sonntag – Neukonzeption für 2012 in der Diskussion


Der Kulturreigen fand in diesem Jahr viel Anklang. Die Zuschauer unterstützten die Serie auch mit Spenden.

von Klaus Fricke

Oldenburg - „Der Hafentag!“ Für Bernt Wach fällt die Wahl leicht, fragt man ihn nach seinem schönsten Erlebnis im Kultursommer 2011. Als ausgebildeter Kapitän zur See war von dem Leiter der Kulturetage und damit auch des Festivals von ihm kaum eine andere Antwort zu erwarten, höchstens noch der Zusatz: „Im Grunde war alles ganz prima, mal abgesehen vom Wetter.“

Ähnliches wird Bernt Wach morgen Abend beim Abschlussfest des Kultursommers im Spiegelzelt erzählen, und er wird dabei nicht nur freudig strahlen. Zu schwer lasteten in diesem Jahr die fehlenden Finanzen auf dem dreieinhalbwöchigen Spektakel – „wenn wir mit einer roten Null rauskommen, wäre ich schon froh“, gesteht er ein.

Immerhin: Die Oldenburger haben Flagge gezeigt und rund 6000 Euro Spenden für einen Kultursommer mit von Sponsorseite gekürztem Etat gesammelt. „Das war schon toll“, freut sich Wach, „damit konnte manches Loch, das sich bei den Veranstaltungen durch die kalte Witterung ergeben hast, gestopft werden.“

Traditionell gut angekommen sind die internationalen Konzerte, die ab nächstes Jahr wieder auf dem Schlossplatz stattfinden, und auch das Spiegelzelt war ein Magnet. „Mal sehen, wo das nach dem Abzug vom Prinzenpalais-Platz stehen kann“, überlegt Wach schon.

Überhaupt überlegen: Die planende Debatte wird einen Großteil der Vorbereitung auf den Kultursommer 2012 beherrschen. Angesichts weiter sinkender Zuschüsse (die EWE zieht sich ganz zurück) sind Veränderungen unvermeidlich. „Wir dürfen dabei auch vor einer Verkürzung des Kultursommers nicht zurückschrecken“, meint Wach. „Früher begleitete das Festival die gesamten Ferien, jetzt liegen wir bei einem knappen Monat. In Zukunft könnte ein Kultursommer zehn bis 14 Tage dauern.“ Die Konzentration von Personal und Technik auf weniger Tage dürfte dabei das größte Einsparpotenzial bergen. „Und wenn die Stadt dann auch auf die fünfprozentige Kürzung verzichtet, sieht es schon günstiger aus.“

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Für Wachs Hafentag könnte es dagegen schlecht aussehen. Die im Mai 2012 erstmals stattfindende „Hafenlust“ (NWZ  berichtete) könnte zu starke Konkurrenz sein.






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