Mit großen Schuhanziehern in große Schuhe gestiegen
Bilanz Neue Turnierleitung bewährt sich – Championat wie „Klein-Aachen“ – Werbung um Vierspänner
Rastede - Zufrieden mit seiner ersten Bewährungsprobe zeigte sich das neue Kernteam mit Turnierleiter Jan-Christoph Egerer und Torsten Schmidt sowie Oldenburgs Reiterpräsident Hans Fleming nach dem Finale des 63. Landesturniers: „Wir konnten auf exzellente Strukturen zurückgreifen und haben uns auch 365 Tage lang vorbereitet.“ Lob zollten sie ihren Vorgängern Claas Daun und Wolfgang Teske: „Sie haben uns zwar große Schuhe hinterlassen – uns aber auch große Schuhanzieher gegeben.“ So viel Starthilfe muss sein.
Sechs Tage sind längst Standard im Rasteder Schlosspark. Diesmal stieg die Zahl der Prüfungen auf 101, eine Rekordzahl. „Wir haben damit ausdrückliche Wünsche aus der Reiterschaft erfüllt“, erklärte Schmidt. So viel Zeit muss sein.
Das Programmheft schrumpfte vom dicken Wälzer zur handlichen Broschüre. Die Fülle der Informationen kommt inzwischen elektronisch. Für die Oldenburg-Hymne mit Text und Noten blieben dennoch zwei Seiten übrig. Kaum eine andere Großveranstaltung ist derart vom Oldenburger Charakter geprägt wie das Landesturnier. So viel Platz muss sein.
Die Schreckensmeldung in der Vorbereitung kam im vorigen Herbst aus Riesenbeck. Dort waren zeitgleich mit Rastede 2011 die Deutschen Meisterschaften der Vierspänner ausgeschrieben. Ohne Vierspänner aber hätte dem Schluss-Wochenende im Schlosspark eine der Attraktionen gefehlt. In einer Sonderaktion schrieben die Ammerländer noch vor Weihnachten alle bekannten Fahrer an. Der Erfolg war durchschlagend: Statt im Vorjahr sieben Gespanne begeisterten diesmal 13 die Zuschauer. Ähnlich erfolgreich war die Werbeaktion für die Mannschaftsdressur M. So viel Aufwand muss sein.
Ein Volltreffer war das neue „Rasteder Championat“ der Springreiter mit Pferdewechsel. Es erhielt schon den Spitznamen „Klein-Aachen in Rastede“. Bei aller sportlichen Rivalität blühte der Flachs. Der gebürtige Niederländer Mario Stevens gewann. Warum, das wusste der unterlegene Rene Tebbel genau: „Ich habe ihm ein gutes Pferd gegeben, grundsätzlich habe ich ja nichts gegen Holländer.“ Das Rasteder Publikum nahm es begeistert auf. So viel Innovation und Lockerheit muss sein.
Ausgezeichnet werden die besten Spring- und Dressurreiter des Turniers. Diesmal waren das Patrick Stühlmeyer und Anja Engelbart (beide RV Oldenburger Münsterland). So viel Ehre muss sein.
Auf einen neuen Zuschauerrekord schien das Landesturnier bei Halbzeit zuzusteuern. Allein am Mittwoch waren 6000 Besucher gezählt worden. Doch das nasse Wochenende trübte trotz der bombastischen Stimmung am Sonnabendabend die Bilanz. So wurde diesmal die Marke der Vorjahre von 30 000 nicht erreicht. Offiziell wurde die Besucherzahl auf 25 000 beziffert. Auch das Sonntag-Programm wurde gerafft. So viel Regen musste nicht sein.
- Eigentlich wollten Jan-Christoph Egerer, 1. Vorsitzender des Renn- und Reitvereins Rastede, und sein Organisationschef Torsten Schmidt im zweiten Jahr an der Spitze des Oldenburger Landesturniers keine großen Veränderungen vornehmen.mehr
- Im Schlosspark sieht es kurz hinter dem Turnierplatz zurzeit so aus, als wäre dort ein gigantischer Maulwurf aktiv. Es sind allerdings die Männer des Bauhofes, die dort die auffälligen Erdhaufen hinterlassen.mehr
- Die Pferde sind längst wieder in ihren heimischen Ställen, die Hindernisse auf dem Hauptplatz abgebaut und die Stallzelte zusammengefaltet. Auf dem Turnierplatz sind nach dem Ende des Landesturniers am Montag die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Einsatz.mehr
- Die Landesmeisterin im L-Springen kommt in diesem Jahr aus Bettingbühren: Florin Kandzia hat mit „Wyomi“ am Wochenende das Pony-Springen in Rastede gewonnen.
Die 14-Jährige vom Reitverein Bettingbühren trainiert bereits seit April mit Lehrer Stefan Geoe aus Hude für das wichtige Turnier.mehr
- Mehrere Paare hatten auf einen Start verzichtet, eines gab zwischendurch auf, und auch für die überschaubare Zuschauergruppe wurde der verregnete Grand Prix de Dressage zu einer Prüfung. Publikum, Reiter und vor allem die Pferde hatten bei der S-Dressur am Sonntagnachmittag mit dem nasskalten Wetter zu kämpfen.mehr


