Holger Rose holt im Regen Grand-Prix-Sieg
Dressur Favorit vom RV Voerde gewinnt S-Prüfung auf Lorenzo – Viele Absagen
von Ole Rosenbohm
Rastede - Mehrere Paare hatten auf einen Start verzichtet, eines gab zwischendurch auf, und auch für die überschaubare Zuschauergruppe wurde der verregnete Grand Prix de Dressage zu einer Prüfung. Publikum, Reiter und vor allem die Pferde hatten bei der S-Dressur am Sonntagnachmittag mit dem nasskalten Wetter zu kämpfen. Am besten damit zurecht kamen Holger Rose und Lorenzo (RV Voerde). Das Paar siegte überlegen, wurde von allen fünf Richtern auf Platz eins gesetzt.
Die Wetterbedingungen beim Dressur-Höhepunkt beim 63. Landesturnier bescherten dem neu präparierten Boden im Dressurviereck eine echte Belastungsprobe. Sie wurde bestanden, waren sich alle Beteiligten einig: „Sie haben wirklich viel investiert, und das hat sich gelohnt“, lobte Walter Kind, Trainer der zweitplatzierten Simone Kruse, die neue Griffigkeit: „Das Landesturnier hat zwei Schritte nach vorne gemacht. Das hat Rastede gebraucht.“
Am störenden Wasser von oben und an den die Pferde irritierenden Regenschirmen (Kind: „Die sind für die Pferde ein größeres Problem als das Wasser“) konnte aber auch die beste Drainage nichts ändern. Diese verhinderte zwar, dass der Platz zu einer echten Schlammwüste wurde. Doch schwierig genug waren die Verhältnisse allemal. So blieben fast alle Reiter unter ihren normalerweise erreichten Prozentpunkten. Rose und Lorenzo (67,362 Prozentpunkte) siegten dennoch souverän. Im Kampf um die Plätze entschieden dagegen Nuancen.
Am Ende jubelte Simone Kruse vom RFC Niedervieland über ihren größten Erfolg – Platz zwei, zusammen mit der punktgleichen US-Amerikanerin Anna Whitfield Watkins (beide 64,723): „Ich habe noch nie an einem Grand Prix teilgenommen – und dann werde ich gleich Zweite“, lachte Kruse und fügte schmunzelnd hinzu: „Ich hatte hier überhaupt nichts erwartet, nur gehofft, dass ich mir meine Aufgaben merken kann.“
Gewinner Rose hatte von vornherein den Sieg in Rastede angepeilt. Dabei sei sein Lorenzo, kürzlich Erster beim Grand Prix Spezial in Saabrücken, eigentlich „etwas wasserscheu“. Und zudem sei er noch vor zwei Jahren als Springpferd unterwegs gewesen. Er hat mit Vater Landor S (ehemaliges Pferd von Gerd Sosath) auch beste Sprung-Gene intus. „Aber er kommt klar“, meinte Rose: „Fehlerlos war er nicht, das ist bei dem Wetter auch nicht drin. Aber nach der Prüfung hatte ich gleich ein gutes Gefühl.“
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