Staunen über die Schafscherer
Landtage Emanuel Gulde aus Baden-Württemberg ist neuer Deutscher Meister
Alle Augen auf die Schafscherer gerichtet. Unter den strengen Blicken der Preisrichter gehen die Finalteilnehmer der Profiklasse den Schafen an die Wolle. BILD: Sebastian Schult 
von Sebastian Schult
Wüsting - Hohe Konzentration ist gefragt: Nur wenige Sekunden bleiben den Akteuren auf der Bühne, um ein einzelnes Schaf zu scheren. Eine falsche Bewegung mit dem Scherkopf, und das Tier könnte schlimme Schmerzen erleiden.
Die 13. deutschen Schafschurmeisterschaften in Wüsting haben am Sonntag auf dem Gelände der „Landtage Nord“ einen neuen Sieger gefunden. Im Finale der Profiklasse eroberte der bisherige Vizemeister Emanuel Gulde aus Salem (Bodenseekreis) in Baden-Württemberg) den ersten Platz auf dem Podest. Titelverteidiger Rainer Blümelhuber aus Bayern musste sich nach dem schweißtreibenden Wettkampf mit Platz zwei begnügen. Dritter des Wettbewerbs wurde Felix Riedel aus Baden-Württemberg. Zuvor rangen bereits die Teilnehmer der Junioren- und Mittelklasse um ihre Titel.
Keine Motivationsprobleme
Ein Motivationsproblem hatten die scherenden Akteure in der voll besetzten Halle neben der Biogasanlage nicht. Aufgepeitscht durch die zahlreichen applaudierenden Zuschauer und dröhnenden Discobeats verrichteten sie ihre Arbeit – und mussten dabei hochkonzentriert sein.
Die auf den Bühnenboden fallende Wolle füllte im Laufe der Wettkämpfe zahllose Säcke. Umgehend wurde sie während der Wettkämpfe von ehrenamtlichen Jugendlichen beseitigt. Auch hinter der Bühne waren zahlreiche Helfer im Einsatz. „Unter anderem sind wir dafür zuständig, die Schafe auf die Rampe zu führen“, sagte der 21-jährige Steffen Hagelstein.
Für die Erfassung der Ergebnisse war akribische Arbeit nötig: Fünf Wettkampf-Richter bewerteten auf der Bühne die handwerklichen Fähigkeiten der Teilnehmer. „Für das Nachscheren gibt es Strafpunkte“, erklärte Richter Georg Höllbacker die Regeln. Die Endresultate begutachten zwei weitere Richter hinter der Bühne. Anschließend wurden die Faktoren Qualität und Zeit in einem Computerprogramm ausgewertet.
Besucherzuspruch gewaltig
Die Schafschurmeisterschaft zählte zu den Höhepunkten der Agrar- und Freizeitmesse „Landtage Nord“. Das Programm bot wie gewohnt einen perfekten Mix aus fachspezifischen Informationen für Landwirte und Freizeitvergnügen für Familien. „Der Besucherzuspruch war bisher gewaltig. Wir sind mehr als zufrieden“, freute sich Helmut Urban, Geschäftsführer der Landtage Nord GmbH. Nach drei vom Wetter begünstigten Tagen liegt die Messe vor dem Abschlusstag auf Rekordkurs. „Wir könnten die 70 000-Besucher-Marke toppen“, schätzt Urban.
Die „Landtage“ sind an diesem Montag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Auch Schafe spielen wieder eine Rolle: Als neue Disziplin der Schurmeisterschaft werden beim „Woolhandling“ die besten Wolle-Sortierer gesucht.
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