Wüsting: Geschorene Schafe ziehen Publikum in den Bann
Wettbewerb Emanuel Gulde gewinnt 13. Deutsche Schafschurmeisterschaften – Halle voll besetzt
Volle Konzentration: Die Meisterschaftsteilnehmer scherten in den vergangenen Tagen rund 1000 Schafe. BILD: Sebastian Schult 
Wüsting - Einfach der Lautstärke folgen: Wer auf dem Gelände der „Landtage Nord“ zu den 13. Deutschen Schafschurmeisterschaften gelangen will, muss im Prinzip nur diesem Rat folgen. Bereits vor der voll besetzten Halle neben der Biogasanlage ist das Dröhnen aus den Lautsprecherboxen nicht mehr zu überhören. Ob Jung oder Alt: Wenn die Profis mit ihren Scherköpfen zu Songs ` la „Smoke on the Water“ den Schafen an die Wolle gehen, schauen fast alle im Publikum mit eigentümlicher Faszination zu.
Welche Schafe auf der Bühne an den Wettbewerben teilnehmen, wird hinter den Kulissen entschieden. Ein Team aus zumeist jungen ehrenamtlichen Helfern sortiert die Tiere nach ihrer Wettbewerbstauglichkeit. „Die Qualität der Wolle muss bei allen Schafen gleich sein. Wenn ein Schaf rund ist, lässt es sich leichter scheren“, erklärt der 21-jährige Steffen Hagelstein. Auch die Größe müsse bei allen Schafen identisch sein.
Vor der Bühne haben es einige jugendliche Helfer eilig. Ihre Aufgabe besteht darin, die geschorene Wolle, die sich im Aktionsradius der Teilnehmer binnen weniger Minuten zu einer riesigen Masse ansammelt, von der Bühne zu kehren. Ganze Säcke voller Wolle haben sich so während der Wettkämpfe gebildet. Keine leichte Aufgabe für die Helfer: „Das ist stressig, weil es schnell gehen muss“, bekennt der 16-jährige Michael Hilfers. Dennoch ist er mit Spaß bei der Sache: „Es ist schön beim Scheren zuzuschauen.“
Die Preisrichter begutachten derweil auf der Bühne kritisch jedes einzelne geschorene Schaf. Wer nachscheren muss, kassiert Strafpunkte. „Der Teilnehmer muss schauen, dass der Scherkopf parallel auf der Haut des Schafes aufliegt, damit keine kurze Wolle stehen bleibt“, erklärt Richter Georg Höllbacher, der für die Meisterschaften eigens aus dem österreichischen Bad Vigaun angereist ist.
Ist der Teilnehmer mit einem Schaf fertig, wird es durch eine Rutsche von der Bühne befördert. Nur Sekunden vergehen, bis das nächste auf die Bühne gehievt wird. Für die „nackten“ Schafe steht hinter der Bühne eine weitere Begegnung mit einem Preisrichter an. Noch einmal wird das Arbeitsergebnis beurteilt.
Das beste Resultat in der Profiklasse erzielt Emanuel Gulde aus Baden-Württemberg. Der bisherige Vizemeister löst damit Rainer Blümelhuber aus Bayern ab, der in diesem Jahr auf Rang zwei landet.
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