28.03.2012

Abeking & Rasmussen
Forscher und Besatzung in einem Boot

Werft baut Swath-Schiff für Estland – Taufe am 18. April geplant

Drei Jahre betrug die Bauzeit der „Jakob Prei“. So vollgestopft mit Technik wie Swath Nummer 18 war bisher kein Spezialschiff der Lemwerderaner Werft.
Gabriele Bode

LEMWERDER Wieder einmal waren die außergewöhnlich guten Seegangseigenschaften ausschlaggebend, warum sich ein Kunde für eines der Swath-Schiffe entschieden hat. „Eine derartige Seegangstauglichkeit weisen für gewöhnlich erst Schiffe ab einer Größe von mehr als 80 Metern auf“, schwärmt Ingenieur Nils P. Olschner von den kleinen Spezialschiffen, die auf der Werft Abeking & Rasmussen herstellt werden.

Das 18. und zugleich teuerste Projekt dieser Reihe wird am Mittwoch, 18. April, offiziell auf den Namen „Jakob Prei“ getauft. Danach fährt es nach Estland, um dort von einem Wasserstraßenamt in Dienst gestellt zu werden.

Drei Jahre betrug die Bauzeit des 25 Meter langen, auf Lotsentendern basierenden Forschungsschiffs, berichtet der Diplom-Ingenieur, der auch Naval Architect bei Abeking & Rasmussen ist. Das sei dreimal so lange wie gewöhnlich; dies habe jedoch nicht an der Lemwerderaner Werft gelegen, sondern an den zu beantragenden Fördergeldern der EU, die mit in dieses Projekt geflossen sind, ergänzt Verena Henk, Managerin für Sales und Marketing.

Das Besondere an diesem neuen Projekt ist nach Angaben von Olschner, was sich im Schiffinneren befindet. „So vollgestopft mit Technik war bisher noch keines der abgelieferten Swath-Schiffe.“

Insgesamt neun Besatzungsmitglieder, die sich in Forscher und Schiffscrew aufteilen, werden in fünf Doppelkabinen Platz haben. Den Forschern steht ein komplett separater Raum für ihre Arbeit zur Verfügung, in dem sie sich von der übrigen Crew abgrenzen können. In Ruhe können sie dort beispielsweise mit unter dem Rumpf angebrachten oder hinterher geschleppten Sonargeräten Daten über den Meeresgrund sammeln. Eine Aufgabe, zu der Staaten verpflichtet sind, wenn sie das Gebiet, das sich zwischen der 12- und der 200-Meilenzone vor der Küste befindet, wirtschaftlich nutzen wollen.

Durch Offshoreanlagen oder Kiesabbau kann es zu einer Verlagerung der Schifffahrtswege kommen. Die Daten mit den Meerestiefen müssen daher stets auf den neuesten Stand gebracht werden.

Swath Nummer 18 befindet sich bereits seit einiger Zeit im Wasser. Bei zahlreichen Probefahrten wurde das neue Schiff ausgiebig getestet, so dass es sich nach der Taufe direkt auf den Weg in sein zukünftiges Einsatzgebiet machen kann.

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