Bafana Bafana und Jogi’s Jungs . . .
. . . begegnen dem aufmerksamen Beobachter heutzutage nicht nur auf dem Fußballplatz. Im Zeichen der Fußballweltmeisterschaft haben auch einige Bäckereien aufgerüstet und sich auf heiße Sportevents in Südafrika eingestellt. In den Backstuben landauf und landab lassen sich Bäckermeister und Gesellen phantasievolle Eigenkreationen einfallen, um den Gaumen der Kunden zu verwöhnen oder neu zu reizen. In der Backstube der Stadtbäckerei Heeren in Elsfleth-Lienen muss das Runde in das Eckige – die Brötchen in den Ofen. Dann wird zwar nicht gejubelt, aber im Idealfall schmeckt es dem Kunden trotzdem. Die Kickerbrötchen mit Malz, die Lattenkracher mit Hartweizengrieß und Sonnenblumenkernen oder die Löwenkruste mit scharfem Cayenne-Pfeffer wollen ausgebacken und in die Filialen gebracht werden. Für die 16 Bäcker herrscht jetzt Hochbetrieb an der Fußballfront und je nach Abschneiden der Deutschen Mannschaft könnte das auch noch eine Weile so bleiben. „Man weiß nicht, wie lange die Deutschen dabei sind. Deshalb müssen in den ersten zwei Wochen alle Neukreationen beim Kunden ankommen.“ Chef Gustav Heeren jedenfalls ist eingefleischter Fußballfan und schwamm schon auf der überschäumenden Fanwelle im Jahre 2006 bei der WM im eigenen Land mit. Auch zur EM 2008 gab es seine legendären Kickerbrötchen. Aus der Tiefe des Raumes kreierte er viele Backwaren selbst oder setzte Vorschläge von den Zuliefern in die Tat um. Mit kreativen Einfällen lassen sich neue Kundenwünsche erfüllen und Spaß macht die Arbeit auch noch. Auch im Konditorbereich setzt sich das Fußballfieber fort und es werden Marzipanbälle, rote und gelbe Karten in Form von gefüllten Plunderteilchen oder der Blechkuchen La Ola mit Kirsch-Quarkfüllung gefertigt. Die Waren werden sehr gut nachgefragt und sprechen die Menschen auch optisch an. Zu Spitzenzeiten ist der Unternehmer auf die tatkräftige Hilfe seiner Verkäuferinnen angewiesen, die ihm Nachbestellungen bis Mittag melden sollen. Dann müssen die Bäcker noch mal in die Verlängerung und neue Lagen von Brötchen und Brot in den Ofen schieben. Erst wenn Deutschland Fußballweltmeister wird, wird das geschäftige Treiben in der 500 m² großen Produktionshalle wieder in normaleren Bahnen laufen. Aber vielleicht gibt es dann ja eine Meisterbrezel oder den vierten Stern mit Deutschlandfähnchen. Ein Weltmeisterbrötchen wurde ja schon vor etlichen Jahren erfunden.
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