BERLIN, 30. Januar 2012


Zschäpe von Polizei nicht erkannt

Neonazi-Terror Frau nach Wasserschaden zur Vernehmung vorgeladen


Die Angehörige des Trios habe sich in Widersprüche verstrickt. Die Beamten seien aber nicht misstrauisch geworden.

von Tino Moritz

Berlin - Mehr als 13 Jahre lang lebte das Zwickauer Neonazi-Trio unerkannt im Untergrund – dabei hätte es womöglich spätestens 2007 auffliegen können. Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ soll Beate Zschäpe vor fünf Jahren für eine Zeugenaussage wegen eines Wasserschadens sogar auf dem Zwickauer Polizei­revier gewesen sein. Das war noch vor dem Mord an einer Heilbronner Polizistin.

Der Schaden sei in der Wohnung über dem damaligen Versteck des Trios mutwillig verursacht worden, schreibt das Magazin. Als die Polizei daraufhin die Erdgeschosswohnung begutachten wollte, habe eine Frau geöffnet, bei der es sich nach heutigem Ermittlungsstand um Zschäpe handelte. Weil sie die Beamten nicht in die Wohnung ließ, sei sie Mitte Januar 2007 zur Zeugenaussage aufs Revier vorgeladen worden und dort als „Susann E.“ erschienen. Obwohl sie sich in Widersprüche verstrickt habe, seien die Beamten nicht misstrauisch geworden.

Zum Zeitpunkt der Vernehmung soll die Zwickauer Zelle bereits neun türkisch- und griechischstämmige Menschen ermordet haben.

Wie der „Spiegel“ weiter berichtete, sprach die Frau – mutmaßlich Zschäpe – in der Befragung 2007 bei der Polizei in Zwickau mehrfach von „unserer Wohnung“, obwohl sie zuvor erklärt hatte, gar nicht dort zu wohnen. Hausbewohner hätten der Polizei zuvor erzählt, dass eine „Lisa D.“ mit zwei Männern in der Wohnung lebe – nach heutigem Stand Böhnhardt und Mundlos. Im Untergrund hatte Zschäpe mehrere Alias-Namen verwendet.

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