Inhaftierter in Jenas NPD aktiv
Terror Festgenommener Neonazi soll Kreisvorsitzender gewesen sein
Der 31 Jahre alte Carsten S. wurde am Mittwoch von Polizisten zum Haftprüfungstermin beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe gebracht. BILD: dpa 
dpa
Düsseldorf - Im Gegensatz zu Antifa-Gruppen hat der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz vom Umzug des Thüringer Rechtsextremisten Carsten S. nach Düsseldorf jahrelang nichts mitbekommen. Bis zur Aufdeckung des rechten Terrors des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund)vor wenigen Monaten sei der 31-Jährige dem NRW-Verfassungsschutz unbekannt gewesen, räumte NRW-Verfassungsschutz-Chefin Mathilde Koller am Donnerstag vor dem Innenausschuss des Landtags in Düsseldorf ein.
Einen Hinweis des Thüringer Verfassungsschutzes auf den Umzug des Extremisten nach NRW habe es nicht gegeben. Carsten S. war am Mittwoch als mutmaßlicher Mordhelfer des rechtsterroristischen NSU in der Landeshauptstadt verhaftet worden.
Carsten S. habe nach seiner Festnahme umfangreich ausgesagt, teilte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mit. Er sitzt wegen des Verdachts der Beihilfe zu sechs Morden und einem Mordversuch in Untersuchungshaft.
Carsten S. war Ende der 1990er Jahre einer der Aktivisten in der Jenaer NPD-Szene. Er soll zeitweise enge Kontakte zu dem im November verhafteten Ralf Wohlleben gehabt haben, der ebenfalls als Unterstützer der rechten Terroristen beschuldigt wird.
Zwischen Wohlleben, der später zum stellvertretenden Thüringer Landeschef der NPD aufstieg, und Carsten S. habe es Ende der 1990er Jahre „wohl eine recht enge Verbindung in Jena gegeben“, sagte ein Sprecher des Thüringer Verfassungsschutzes. Im Juni 1999 wurde S. NPD-Kreisvorsitzender in der Stadt.
- Von den Ermittlungen zur Mordserie des Zwickauer Neonazi-Trios werden immer neue überraschende Details bekannt. So richtete die bayerische Polizei für sechs Monate einen eigenen Dönerimbiss in Nürnberg ein, weil sie nach den mysteriösen Morden an Kleinunternehmern ausländischer Herkunft offenbar von einem Hintergrund im Bereich der organisierten Kriminalität ausging.mehr
- Eine bislang unbekannte Polizeipanne hat die Entdeckung der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) 2009 offenbar verhindert.
Bei den Ermittlungen zum Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter im April 2007 in Heilbronn sei ein wichtiger Zeugenhinweis nicht verfolgt worden, berichtet der „Focus“.mehr
- Einen Monat nach dem Beschluss von Bund und Ländern, Beweise für ein NPD-Verbot zu sammeln, schwindet die Unterstützung für einen neuen Antrag in Karlsruhe immer mehr. Dabei rückt die Frage weiter ins Zentrum, ob Ermittler die NPD für den Terror der Neonazi-Zelle NSU mitverantwortlich machen können.mehr
- Die Kölner Staatsanwaltschaft soll laut einem Medienbericht die Vernichtung von Beweismitteln angeordnet haben, die heute bei den Ermittlungen zu den Anschlägen der Zwickauer Neonazi-Zelle wichtig sein könnten.mehr
- Das Breite Bündnis gegen Rechts, die Evangelisch-lutherische Stadtkirche und die Evangelische Familienbildungsstätte kämpfen zusammen gegen Rechts. Gemeinsam haben sie den NDR-Redakteur Stefan Schölermann gewinnen können, der am Donnerstag, 19.mehr


