Vor 20 Jahren klopfte der VfB ans Tor der Ersten Liga
Fußball Oldenburger verpassten im Mai 1992 knapp den Aufstieg – Berster: Das war ein harter Schlag
Oldenburg - An den 17. Mai 1992 kann sich Klaus Berster noch allzu gut erinnern. Damals klopfte sein geliebter VfB an das Tor zur Eliteliga des deutschen Fußballs, verpasste aber knapp den Aufstieg. In diesem Jahr jährt sich das unglückliche Verpassen des Sprungs in die 1. Bundesliga zum 20. Mal.
„Wären wir 1992 in die Bundesliga aufgestiegen, wären wir zumindest eine weitere Saison im bezahlten Fußball verblieben“, meint Berster, langjähriger Präsident und heutiger Ehrenpräsident des aktuellen Oberligisten. Nach einer geradezu sensationell verlaufenen Hauptrunde in der 2. Bundesliga sowie der anschließenden Meisterschaftsrunde musste der VfB im Frühjahr 1992 im Fernduell mit Uerdingen, das zeitgleich beim FC St. Pauli spielte, zum entscheidenden Spiel beim SV Meppen antreten. Damals unfassbare 8000 Fußballfans aus Oldenburg und Umgebung begleiteten in einer fast nicht enden wollenden Schlange entlang des Küstenkanals die Mannschaft zu diesem Auswärtsspiel.
Und das Team – Brauer, Wawrzyniak, Zajac, Jack, Gerstner, Machala, Steinbach (65. Brand), Linke, Schnell, Drulak (89. Rousajew), Christian Claaßen – erfüllte einmal mehr wie in der gesamten Zweitliga-Saison 1991/92 ihr Soll. Durch Tore von Carsten Linke und Mathias Jack siegten die Oldenburger damals im mit rund 12 000 Zuschauern randvoll gefüllten Meppener Stadion mit 2:0.
„Wir hatten im Vorfeld verständlicherweise zweigleisig geplant und waren so bestens auf das Abenteuer 1. Bundesliga vorbereitet“, erzählt Berster. Dafür fehlte jedoch ein Sieg des FC St. Pauli. Uerdingen reichte am Ende aber ein glückliches 0:0, um mit einem Punkt Vorsprung aufzusteigen. „Das war natürlich ein harter Schlag. Wir waren fest von einem Pauli-Sieg ausgegangen – und so wähnten wir uns bei unserem Sieg bereits in der 1. Bundesliga. Doch dann wurde uns das Ergebnis aus Hamburg übermittelt – und wir wurden äußerst hart aus unseren kühnsten Träumen zurückgeholt“, erinnert sich der heutige Ehrenpräsident.
Dennoch waren die Fans stolz auf die Mannschaft. Trotz des verpassten Aufstiegs bewiesen sie, dass in der Saison völlig zu Recht vom „Freudenhaus VfB“ gesprochen wurde. An die 4000 Fans waren zur Rückkehr des Teams auf den Rathausmarkt gepilgert und feierten hier Trainer Wolfgang Sidka und die Spieler. Sie wurden nicht nur von der Stadt im Rathaus empfangen, sondern waren auch die ersten Oldenburger Sportler, die sich auf dem Rathaus-Balkon zeigen durften und hier von den auf dem Markt wartenden Fans gefeiert wurden.
In der folgenden Spielzeit gab es allerdings nur noch wenig Grund zum Feiern. Nach einem katastrophalen Saisonverlauf stiegen die Oldenburger aus der 2. Liga ab.
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