BARßEL, 23. Februar 2012


„Barßel ist vorgeführt worden“

Oberschule Bürgermeister Schulte enttäuscht über Vorgehen des Kreises


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Es wird kein gymnasiales Angebot in Barßel geben. Der Elternwille sei durch die Entscheidung mit Füßen getreten worden.

von Carsten Bickschlag

Barßel - „Wir sind ein Jahr lang vorgeführt worden“, ärgert sich Barßels Bürgermeister Bernd Schulte auch einen Tag nach der Entscheidung gegen eine Oberschule mit gymnasialen Zweig. Landrat Hans Eveslage habe diese Schulform in Barßel nicht gewollt und die CDU-Kreistagsfraktion sei dem Landrat gefolgt, so Schulte.

Wie berichtet, hatte der Kreisschulausschuss auf der Sitzung am Dienstag im Cloppenburger Kreishaus dem Antrag der Gemeinde Barßel mit klarer CDU-Mehrheit eine Absage erteilt. Das sei sehr enttäuschend, sagt Schulte, als er am Mittwoch gemeinsam mit seinem Stellvertreter Michael Sope das Votum gegen Barßel Revue passieren lässt. Vor allem für die vielen Eltern, die im Vorfeld ein gymnasiales Angebot in der Gemeinde unterstützt hatten, täte es ihm leid. „Der Elternwille ist mit Füßen getreten worden“, sagt der Bürgermeister.


Keine klare Ansage
Was den Verwaltungschef besonders ärgere sei, dass der Landkreis nicht schon vor einem Jahr klar Stellung bezogen habe. „Hätte es eine Ansage gegeben, dass unser Antrag vom Kreis nicht unterstützt werde und somit keine Aussicht auf Erfolg bestehe, hätten wir den Antrag erst gar nicht gestellt.“ Diese Signale habe es aber nicht gegeben, was er als „unfair gegenüber den Eltern“ empfinde, die sich seit Antragstellung im April 2011 Hoffnung auf ein erweitertes Schulangebot gemacht hätten.

Schulte ist davon überzeugt, dass die Gemeinde Barßel keine Lobby beim Kreis und beim Landrat habe. „Vermutlich, weil es hier seit 13 Jahren keinen CDU-Bürgermeister mehr gibt“, spitzt er seine Aussage zu und ergänzt in Erinnerung an die Diskussion über die Kooperative Gesamtschule (KGS) vor drei Jahren: „Ich habe den Eindruck, in Barßel werden uns immer Knüppel zwischen die Beine geworfen.“

Bedauerlich findet der Verwaltungschef, dass am Dienstag auf der Ausschusssitzung Leute mitdiskutiert hätten, die von dem Thema Oberschule keine Ahnung hätten. Zu diesem Personenkreis zählt Schulte auch wohl den Kreiselternratsvorsitzenden Aloys Budde aus Sedelsberg. Dieser hatte behauptet, Barßel arbeite mit falschen Zahlen. Erster Gemeinderat Michael Sope widerspricht: „Unsere Zahlen im Antrag weichen nur um wenige Prozente von den Zahlen des Landkreises ab.“


„Würfel sind gefallen“
Für Bürgermeister Schulte ist das Thema Oberschule mit gymnasialem Zweig jetzt erst einmal durch. „Die Würfel sind gefallen. Wir sind abgewatscht worden. Ich persönlich werde das Thema nicht mehr anfassen.“ Er hoffe aber, dass die Eltern die Kreisentscheidung gegen Barßel nicht vergessen werden und verweist auf 2014. In dem Jahr wird ein neuer Landrat gewählt. Schulte: „Wer weiß, welcher Wind dann im Kreishaus weht.“

Eine Oberschule ohne gymnasialen Zweig lehnt der Bürgermeister übrigens vorerst ab. „Wir haben eine starke Haupt- und Realschule mit optimaler Unterrichtsversorgung.“

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