Hochschule
Der Student mit den Millionen
Dirk Loose ist Vorsitzender des Asta an der Ruhr-Universität Bochum
Dirk Loose ist Vorsitzender des Asta an der Ruhr-Universität Bochum
HOLLE Als Dirk Loose an die Ruhr-Universität nach Bochum kam, wollte er eigentlich nur Chemie studieren. Nur vier Jahre später ist er verantwortlich für die 40 000 Studierenden der Uni. Der gebürtige Holler ist der Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses, kurz Asta.
Probleme hören
Bereits als er an die Uni kam, nervte ihn die Arbeit des alten Asta. „Da ist viel Geld verschwunden“, so Loose. Der Ausschuss habe Gelder nicht nachvollziehbar verteilt, aber es kam noch schlimmer. „Wir sind der erste Asta seit Jahren an der Ruhr-Uni, der nicht unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht“, sagt der Chemie-Student. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg. Loose tat sich mit anderen Studenten der Naturwissenschaften zusammen und ging auf die Studenten zu. Sie hörten sich ihre Probleme an und versuchten diese auch anzugehen.
Der Asta wird vom Studierendenparlament der Universität gewählt. Die Zusammensetzung wird in einer Wahl von den Studierenden bestimmt. Bei der Wahl des 45. Studierendenparlaments, von dem Dirk Loose zum Vorsitzenden gewählt wurde, gab es eine Wahlbeteiligung von nur zehn Prozent. „Das möchte wir dringend ändern“, erklärt der Vorsitzende. Zwar sei eine Universitätswahl nicht mit anderen Wahlen zu vergleichen, dennoch streben der 26-Jährige und seine Kollegen an, die Wahlbeteiligung beim nächsten Mal auf 25 Prozent zu erhöhen. „Wir müssen vor allem den Asta wieder ins Bewusstsein der Studierenden holen. Sein Ruf hat in den letzten Jahren sehr gelitten“, so Loose.
Millionen verwalten
Als Vorsitzender des Asta koordiniert Loose die Aufgaben des Ausschusses. Die Hauptaufgabe des Asta ist dabei die Verwaltung der Studierendenbeiträge. „Wir haben in diesem Jahr einen Etat von elf Millionen Euro“, so Loose. Das meiste Geld geht an die Verkehrsbetriebe, da der Asta auch das Geld für das Semesterticket der Studenten verwaltet. Projekte, Sozialabgaben oder kulturelle Veranstaltungen werden ebenfalls mit dem Geld der Studierenden unterstützt.
Der Posten birgt nicht nur eine hohe Verantwortung, sondern nimmt auch viel Zeit in Anspruch. „Ich arbeite 60 Stunden in der Woche für den Asta“, so Loose. Sein Studium liegt daher zur Zeit praktisch aus Eis. In dieser Zeit hat Loose mit seinem Team die Serviceangebote des Asta ausgebaut: „Wir haben eine Jobbörse auf unserer Homepage eingerichtet und arbeiten nun an einer Wohnungsbörse“, so Loose. Außerdem seien eine Konzertreihe und weitere Studentenberatungen geplant. „Wir wollen das Mensaangebot verbessern und erreichen, dass es wieder Studentenpartys gibt. Die wurden aus Sicherheitsgründen im Zuge des Loveparade-Unglücks eingestellt“, erklärt Loose seine Ziele.
Ein Jahr wird der Chemiker das Amt des Vorsitzenden ausfüllen, danach möchte er sich wieder auf sein Studium konzentrieren. „Ich versuche, meinen Master in drei Semestern durchzuziehen und dann meine Promotion zu schreiben“, sagt Loose über seine Zukunftspläne.
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Nikola Nording
NWZ-Redaktion
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