Raubüberfall:
Angeklagte wollen lieber Therapie als Gefängnis

Prozess muss nach den Ferien neu aufgerollt werden

Wildeshausen/Oldenburg Eigentlich war alles schon klar gewesen. Die beiden Männer aus Uplengen, die in Wildeshausen einen Supermarkt überfallen und ausgeraubt hatten, sollten für nicht mehr als vier Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Am Freitag hätte vor dem Oldenburger Landgericht plädiert und das Urteil verkündet werden können. Doch nun verzögert sich das Verfahren bis zum Spätsommer.

Grund dafür ist der Umstand, dass die Verteidigung am Freitag überraschend erklärte, die Angeklagten könnten aufgrund Drogenkonsums vermindert schuldfähig sein. Sie müssten und wollten auch lieber in Therapie.

Das war neu. Entsprechend ungehalten reagierte der Vorsitzende Richter. Weil die Verteidigung in der Vorbereitung des Verfahrens nicht von therapeutischen Notwendigkeiten gesprochen hatte, hatte die Kammer keinen psychiatrischen Sachverständigen zum Verfahren geladen. Der ist aber notwendig, wenn Fragen nach eingeschränkter Schuld und vor allem nach Therapie beantworten werden müssen.

Die Kammer musste den Anregungen bzw. Anträgen der Verteidigung auch stattgeben. Andernfalls hätte eine Revision sichere Chancen gehabt.

Noch in der ersten Verhandlungspause rief der Vorsitzende Richter den Gerichts-Psychiater in dessen Urlaub auf Teneriffa an und beauftragte ihn mit der Begutachtung der beiden Angeklagten. Das kann nun dauern.

Einer der beiden 23-Jährigen konnte sich eine Art freiwilliger Therapie vorstellen. Sollte der Psychiater aber zu der Überzeugung gelangen, dass „Maßregeln der Besserung und Sicherung“ notwendig sind, müssten die beiden Angeklagten mit ihrer Einweisung in die geschlossene Anstalt rechnen.

Wie berichtet, hatten sie bei dem Überfall am 10. Januar diesen Jahres knapp 800 Euro erbeutet. Nach ihrem Geständnis waren zwei weitere Mittäter an der Tat beteiligt. Einer von diesen soll früher in dem Supermarkt beschäftigt gewesen sein. Dieser Mann als Insider soll den Angeklagten eine Beute von 80 000 Euro in Aussicht gestellt haben.

Die Angeklagten hatten aber nur das Wechselgeld geraubt. Dabei sollen sich weitaus höhere Summen im Büro befunden haben.

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