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Ganderkeseer Geldwäscher:
Gericht prüft Auslieferung an französische Justiz

Ganderkesee Nach dem Einsatz von starken Polizeikräften in Ganderkesee und weiteren Orten ist die Staatsanwaltschaft damit beschäftigt, umfangreiches Material auszuwerten. Bei der Aktion seien viele Luxusuhren, hochwertige Handys, Geld und Akten sichergestellt worden, sagte Dr. Jost Schützeberg, Pressedezernent der zuständigen Staatsanwaltschaft Aachen, am Dienstag auf NWZ-Anfrage.

Wie berichtet, wurde am Montagmorgen eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus an der Mühlenstraße in Ganderkesee durchsucht. Der Einsatz war Teil eines bundesweiten Schlags der Strafverfolgungsbehörden gegen Mitglieder einer Gruppe, die im großen Stil in Geldwäschegeschäfte aus Drogeneinnahmen verstrickt sein sollen. Insgesamt werde in sechs EU-Staaten ermittelt. In Deutschland seien insgesamt zehn Objekte durchsucht worden. Aus diesem Grund seien Spezialkräfte – und bei weiteren Einsätzen in Münster und in Düsseldorf sogar die Anti-Terror-Einheit GSG 9 der Bundespolizei – hinzugezogen worden, erklärte Schützeberg.

In Ganderkesee seien zwei Männer festgenommen worden, gegen die ein Haftbefehl der französischen Staatsanwaltschaft wegen gewerbsmäßiger Geldwäsche vorliege. Ob die Beschuldigten tatsächlich an die französischen Behörden überstellt werden, müsse ein Oberlandesgericht (OLG) entscheiden, erläuterte Schützeberg. Das Verfahren könne mehrere Wochen dauern.

Derweil meldete sich ein Angehöriger eines Betroffenen bei der NWZ : Danach sei der gelernte Bürokaufmann „kein Großkrimineller“ und habe schon gar nicht mit Terrorismus zu tun. Der Mann sei bislang nie auffällig gewesen und bestreite vehement die Vorwürfe der Justizbehörden.

Die Berichterstattung der NWZ  über den Großeinsatz der Polizei sorgte am Dienstag auch bei Facebook für ausgiebige Diskussionen. Eine Bewohnerin berichtete, die Polizei habe zunächst die falsche Wohnung betreten. Von einem „ruhigen Einsatz“ könne daher keine Rede sein.

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