Herzlose Urlauber:
Grausam: In wenigen Tagen 23 Katzen ausgesetzt

Verein ist empört

Tierschützer schlagen Alarm. Ein Schwerpunkt für die Entsorgung der Haustiere ist die A 28. Was viele der Tierquäler vielleicht nicht wissen: Das Aussetzen kann teuer werden.

Ganderkesee/Delmenhorst Tierschützer aus Ganderkesee und Delmenhorst schlagen Alarm – und sind empört: Mehrfach wurden in der vergangenen Woche junge Katzen in ihrem Zuständigkeitsbereich ausgesetzt, allein neun davon an der Autobahn A 28. Dort waren nahe der Anschlussstelle Ganderkesee-West bereits in der Nacht zu Donnerstag vier Katzenbabys aufgelesen worden (die NWZ  berichtete). Insgesamt 23 Katzen musste der Tierschutzverein Delmenhorst binnen weniger Tage aufnehmen.

„Das ist einfach grausam und bestialisch, dafür gibt es keine Entschuldigung. Solche Menschen sollten hart gestraft werden“, fordert die diensthabende Tierschutzhof-Leiterin Nadine Wessollek. Das Aussetzen von Haustieren sei eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet werden könne. Bei längerem Leiden falle es sogar unter den Straftatbestand der Tierquälerei.

„Die Kätzchen stammen sicherlich nicht von einer verwilderten Katze“, erklärt Wessollek mit Blick auf fünf rabenschwarze Jungtiere, die an der Autobahn gefunden wurden. „Sie sind nämlich an Menschen gewöhnt, allerdings völlig verstört und ängstlich.“

Abgesehen von den Gefahren, denen die Tierschützer bei Suchaktionen an der Autobahn ausgesetzt sind, wird auch die Versorgung der Fundtiere zum Problem. Das könne der Verein, der sich allein aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen finanziere, nicht leisten, betont die stellvertretende Vorsitzende Brigitte Kall. Spenden seien daher willkommen.

Mit Blick auf die nahende Urlaubszeit appellieren die Tierschützer an Besitzer von Haustieren, rechtzeitig deren Versorgung zu sichern. Der Tierschutzverein sei auch behilflich und vermittele etwa Kontakte zu Tierpensionen oder Menschen, die sich um die Tiere kümmern. Bei Hunden gebe es Möglichkeiten, dass Halter sich gegenseitig helfen. Generell sei es immer ratsam, die Tiere kastrieren zu lassen. „Nur so kann man das Elend der Tiere abstellen“, betont Brigitte Kall.

Leserkommentare

Kommentieren Sie diesen Artikel
  MichaelReins 07.07.2014, 15:49:29
Das es eine Sauerei ist die Tiere einfach auszusetzen, steht ausser Frage.
Aber wenn ich an die militanten Tierschützer denke, die in diverse Einrichtungen einbrechen und Tiere freilassen - und die nicht die geringste Chance haben zu überleben - hört man nicht sehr viel von anderen Tierschützern. Warum eigentlich nicht?
  Katzenhilfe 07.07.2014, 14:02:02
Liebe Frau Klebinger,

exakt!
Allerdings haben sich die privaten Abgabeanzeigen von der Zeitung zu eBay-Kleinanzeigen verschoben. Das ist nämlich kostenlos, man kann statt telefonischem Kontakt auch ganz auf Mail ausweichen und die Anzeige ist wochenlang drin.

Neben den von Ihnen erwähnten Personengruppen, die nicht tätig werden, ist es auch die Stadt Oldenburg. Die Kastrationsverordnung wurde eingeführt. Nachgegangen wird dem aber nicht. Diese Arbeit hängt nun an den Tierschutzvereinen in unserer Stadt bzw. den umliegenden Gemeinden. Die Katzenhilfe Oldenburg e.V. geht beispielsweise regelmäßig die eBay-Kleinanzeigen durch und schreibt Abgeber von Katzenwelpen oder unkastrierter Tiere über 6 Monaten an. Einige wussten wirklich nichts von der Kastrationsverordnung. Andere werden patzig. Das Ordnungsamt der Stadt wird ebenfalls informiert.

Und eher hier nun jemand "Denunzianten" schreit: Die Kastrationspflicht besteht seit Juni 2011 und ist Pflicht. Zweitens: Weder das Tierheim noch die übrigen Vereine kommen gegen die Flut unerwünschter Katzen, Kater und Katzenkinder an. Nur konsequente Kastrationen helfen hier weiter.

Katzenhilfe Oldenburg e.V.
  lipifreund 07.07.2014, 10:35:48
... genau dies Thema war auch schon 1984 grausam aktuell, damals auch wegen der Tötung der Katzenwelpen vor allem auf dem Land. Trotz neuer Gesetzgebung mit Aufnahme des Schutzes von Wirbeltieren ins Grundgesetz und Kastrationsvorschriften hapert es gravierend mit der Ahndung von Vergehen: Nachbarn,Freunde oder Andere, die Kenntnis von der Nichteinhaltung der Vorschriften haben, sind nicht bereit, Anzeige zu erstatten um nicht als Verräter abgestempelt zu werden. Selbst die privaten Abgabeanzeigen in den Zeitungen wurden drastisch weniger. Ohne Anzeige kann nicht ermittelt werden und somit geht das Katzenelend weiter.-Barbara Klebinger

Über den Autor

Hergen Schelling

Ganderkesee
Redaktion Ganderkesee
Tel.: 04222 8077 2742
Fax: 04222 8077 2749

Artikel

Mehr zu ...

Newsletter

Das Team vom NWZonline Newsletter

MONTAGS BIS FREITAGS

die wichtigsten Nachrichten vom Tage in Ihrem Postfach.
article
1d323560-044a-11e4-81dd-2b94c7c1895e
Herzlose Urlauber
Grausam: In wenigen Tagen 23 Katzen ausgesetzt
Tierschützer schlagen Alarm. Ein Schwerpunkt für die Entsorgung der Haustiere ist die A 28. Was viele der Tierquäler vielleicht nicht wissen: Das Aussetzen kann teuer werden.
http://www.nwzonline.de/oldenburg-kreis/blaulicht/in-wenigen-tagen23-katzen-ausgesetzt-grausam-in-wenigen-tagen-23-katzen-ausgesetzt_a_16,0,1321508148.html
07.07.2014
http://www.nwzonline.de/rf/image_online/NWZ_CMS/NWZ/2014-2016/Produktion/2014/07/07/LANDKREIS/GANDERKESEE_1/Bilder/Katzen-kCqH--600x337@NWZ-Online.jpg
Blaulicht,Herzlose Urlauber
Blaulicht

Kreis Oldenburg

Freizeit

Jeder Schritt ein kleiner Sieg

Kirchhatten Eine Tour von Baum zu Baum verspricht ungewohnte Ein- und Ausblicke. Ein neues Körpergefühl gibt es für Kletterer gratis dazu.